Jüdisch-ukrainisches Sommerfest

Einmal mehr hat die Jüdische Kultusgemeinde Karlsruhe eine wunderschöne Location und Heimat geboten für das Sommerfest am Ende des eher frisch ausklingenden, insgesamt heißen Sommermonats Juli 2023. Bereits bei Dankeborschtsch Ende August 2022 hatten die Jüdische Kultusgemeinde gemeinsam mit den Ukrainern in Karlsruhe unter Beweis gestellt, was für sie Gastfreundschaft und interkultureller Austausch bedeuten. Auch dieses mal war die ukrainische Kultur vertreten durch sehr leckere ukrainische Nationalgerichte, Piano- und Akkordeon-Musik sowie Kindertheater und Jugendband bei der von vielen Besuchern und Besucherinnen bestaunten Bühnenszenerie. Iuliia Frantseva, um nur eine der fleißigen Organisator:innen zu benennen, führte abermals Mal- und Kreativworkshops auf dem Areal für Kinder durch. Дякую, дякую, vielen herzlichen Dank an alle Beteiligten!!

Text / Fotos: Michael M. Roth, MicialMedia (c) 2011-2023

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Islamisches Opferfest versus Fest der Solidarität

Vom 27.6. bis zum 1.7.23 feiern Muslime das Opferfest ( عيد الأضحى ). Aber ist das überhaupt noch zeitgemäß? Sind die wahren Opfer nicht die Tiere, die wir Menschen töten, um sie zu verzehren? Diese Frage stellt sich besonders beim im Islam traditionellen Schächten, das in Deutschland allerdings grundsätzlich verboten ist. Abgesehen von verschiedenen möglichen Varianten wird dem Tier, z. B. einer Kuh, die Kehle durchgeschnitten. Es verblutet. Eine Betäubung ist bei dieser Tradition nicht vorgesehen.

Und wenn wir an das Gute denken, das Beschenken von Freunden, die Ernährung der eigenen Familienmitglieder durch das geschlachtete Vieh oder auch Unterstützung durch Geldspenden, die wohl teils die alte Tradition ablöst – wäre es nicht besser, dann von „Solidarität“ anstelle von „Opfer“ zu sprechen?

Ich möchte vorwegschicken, dass es nicht mein Anliegen ist, Muslimen „Böses“ zu unterstellen, eine schlechte Intention. Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Der Sinn des Opferfestes ist auf der einen Seite das absolute Vertrauen zu Gott, Hingabe, vielleicht aber auch eine Art der Unterwerfung, Gehorsamkeit. Darüber hinaus soll den Mitmenschen geholfen werden. Das Opferfest fördert den Zusammenhalt der Muslime, der Community, wie wir heute sagen würden. Menschen, Familie, Nachbarn, Freunde, um sie geht es.

Doch was ist der Ursprung des Opferfestes? Ibrahim (Abraham), der als Vater der Religionen des Islams, Judentums und Christentums gilt, sollte gegenüber Gott ein Opfer bringen. Nicht mehr und nicht weniger als seinen Sohn (!). Ibrahim war bereit, dies zu tun, bis kurz vor der Tat Gott seinen Wunsch (seinen Befehl?) zurück nahm.

Allein die reale Begebenheit der Geschichte dürfte wissenschaftlich kaum verifizierbar sein. Und selbst wenn man annimmt, dass es einen Gott gibt, dann stellte sich die Frage: Wie kann man überhaupt so einen Akt der Unmenschlichkeit von einem Menschen fordern?

Man stelle sich vor, ein Vater würde von seinem Sohn fordern: „Spring zum Fenster hinaus. Du bist mein Sohn und hast mir zu gehorchen“. Erst im letzten Moment würde der Vater den Sprung des Sohnes aus dem Fenster verhindern. Unter heutigen ethischen Gesichtspunkten müsste der Vater dafür ins Gefängnis gehen. Es käme einem Kindesmissbrauch gleich. Allein die Androhung eines solchen „Opfers“. Das Opfer wäre das Kind selbst.

Es gibt viele Dinge, die Menschen einst für richtig hielten, später davon abkamen. Z. B. wird heute kein Mensch mehr auf dem Elektrischen Stuhl getötet. Idealerweise würden wir heute überhaupt niemanden mehr töten. Selbst wenn sich ein Mensch strafbar gemacht hat. In fast allen europäischen Ländern wurde die Todesstrafe abgeschafft. Wir haben gelernt.

In Artikel 1 des Grundgesetzes steht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Ich würde hinzufügen: „Die Würde der Soziogenten ist zu bedenken!“. Mit Soziogenten sind alle Lebewesen auf dem Planeten Erde (im Prinzip im Universum) gemeint, in Zukunft könnten hier auch künstlich-intelligente Systeme hinzu kommen.

Ein Bereich ist also auch das Tierwohl.
Vegetarier und Veganer haben ihre Punkte und Argumente.
Ich sehe es als einen Lernprozess des Menschen an, nicht nur das eigene Wohl zu betrachten, sondern auch das Wohl seiner Umwelt. Die heute in Industrieländern anzutreffende Massentierhaltung stiehlt dem Planeten viele Ressourcen und konterkariert jede mögliche Form von Tierwohl.

Indem wir bspw. weniger Fleisch essen, können wir sukzessive die Welt Stück für Stück besser machen.

In der Tradition waren tatsächlich die geschächteten Tiere das Opfer, der Mensch höchstens mittelbar, weil er eigene Mahlzeit mit anderen teilte. Als moderne, aufgeklärte Menschen können wir, und das ist mein Vorschlag, allerdings den Begriff des „Opfers“ oder „Opfertums“ ersetzen durch den Begriff der Solidarität. Das geschlachtete Vieh kann dabei mehr und mehr aus dem Zentrum dieser Feiertage gerückt werden. Wie ich las, sind heute auch viele Muslim:innen Vegetarier oder Veganer. Sie sollten sich dafür frei entscheiden können.

„Opfer“ ist ein negativer Begriff. Jemand muss leiden.
Anders verhält es sich bei „Solidarität“. Das ist ein positiver Begriff.
Wenn ich andere Menschen unterstütze, sei es, indem ich mit ihnen mein Essen teile oder ihnen finanziell helfe, dann kann sich selbst davon profitieren in einem ideellen Sinne. Es ist ein anderer psychologischer und konzeptueller Ansatz.

Warum also nicht folgende Umbenennung?

Alt: Opferfest
Neu: Fest der Solidarität

Traditionen können etwas Wunderbares sein. Wir sollten allerdings im Hinterkopf behalten, dass sich der Horizont des Menschen über die Jahrhunderte und Jahrtausende seiner Entwicklung geweitet hat. Seit der Erfindung des Faustkeils vor knapp zwei Millionen Jahren haben wir unser Tun und Handeln, auch zahlreiche unserer Riten tausendfach verändert, erneuert, abgeschafft, ersetzt. Und das ist grundsätzlich gut so.

Mit dem steigenden Wahrnehmungspotenzial im Zuge des Kognitozäns geben wir uns gleichzeitig eine Chance dafür, dass wir Menschen uns selbst besser verstehen und kennen lernen.

Text und Grafik: Michael M. Roth, im Juni 2023

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Das Objektiv Z 24-120 mm f/4 von Nikon kann was!

Als erster Teaser für das erstaunliche Objektiv der bekannten japanischen Marke: Mein Nachbar auf dem Kult(ur)objekt seiner Träume: Eine Harley Davidson!
Exif: f/4, 1/250 s, ISO 100, 54 mm (Bild 1)

Alle Fotos wurden gemacht mit einer Nikon Z 6ii und dem im Mittelpunkt des Artikels stehenden Objektiv Nikon Z 24-120 mm f/4. Für die Systemfremden: Ein Nikon-Objektiv nennt man auch Nikkor, just FYI.

Eine Ausnahme im Artikel bilden die beiden letzten Portraitfotos von Anna und Valeria. Sie wurden erstellt mit dem Nikkor 105 mm f/1.4 an einer Nikon D780. Die Z 6ii ist eine spiegellose Systemkamera, die D780 gehört wohl zu Nikons letzten, klassischen Spiegelreflexkameras, kurz DSLR.

In den letzten Jahren hatte ich tatsächlich mit keinem Objektiv mehr fotografiert, das eine Lichtstärke (Offenblende) von schlechter (oder weniger) von f/2.8 hat. Der Gesamtausdruck der Blende ist ein Reziprokwert. Die im Nenner stehende Zahl wird als Blendenzahl bezeichnet. Je kleiner sie ist, desto größer wird die Blende bzw. Blendenöffnung. Die einzelnen Blendenstufen, wie f/1.4, f/2, f/2.8, f/4, f/5.6 usw. sind durch den Faktor Wurzel(2) miteinander verbunden. Wird die Blende um eine Stufe größer, z. B. von f/4 nach f/2.8, dann kommt bei gleichen Bedingungen in der selben Zeiteinheit doppelt so viel Licht zum Sensor. Belichtungszeit wird demnach halbiert. Oder die Belichtungszeit bleibt konstant, während wir ISO halbieren und somit möglicherweise ein wenig das Bildrauschen senken können (in höheren ISO-Bereichen).

Nun also habe ich mit der eigenen Tradition gebrochen und erlaube mir Fotos, die bei maximaler Blendenöffnung f/4 gemacht werden. Wie konnte es passieren? Ein entscheidender Beitrag ist hier der stabilisierte Body der Z 6ii (bis zu fünf Blendenstufen!). Das bedeutet, dass selbst bei weniger Licht und folglich längeren Belichtungszeiten zumindest die Eigenverwacklung der Kamera (bei Arbeit ohne Stativ) vermieden werden kann. Was interessant bleibt: Bewegt oder wie schnell bewegt sich das Motiv, das ich im Bild festhalten möchte? Es gibt übrigens (bis dato?) keinen anderen Hersteller, der ein Objektiv 24-120 mm f/4 anbietet. Bei dieser durchgängigen (über alle Brennweiten) maximalen Blende von f/4 gibt es Konkurrenzprodukte, mit einem nicht ganz so universellen Brennweitenbereich, nämlich von 24-105 mm. Vorteil Nikon!

Anhand der folgenden Aufnahmen zeige ich beispielhaft, was das Universalobjektiv oder Zoomobjektiv für die Systemkamera alles kann.

Mein beruflicher Schwerpunkt liegt bekanntermaßen bei der Fotografie von Events. Insbesondere biete ich die fotografische Begleitung von Kongressen, Tagungen, Konferenzen usw. an. Im folgenden Beispiel fotografierte ich den Immo Talk der TechnologieRegion Karlsruhe.

Bild 2: Der junge Architekturprofessor Moritz Dörstelmann
Eher ein Close-Up. Das Gesicht einigermaßen im Fokus. Bei der (anatomisch) linken Hand ist eine leichte Bewegungsunschärfe, die die Dynamik des Geschehens abbildet, sichtbar. Das Ergebnis von Stabi plus längerer Belichtungszeit. Exif: f/4, 1/125 s, ISO 2.000, 100 mm
Bild 3: Einfangen des Raumes. Exif: f/4, 1/160 , ISO 2.000, 24 mm

Bild 4, Bild 5: Blumen als die beliebten Wunder der Natur. Bei einer kurzen Naheinstellungsgrenze von 35 mm und eine maximalen Brennweite von 120 mm erhält man einen „Makro“-verdächtigen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:2,6.
Exif: f/4, 1/160 s, ISO 100, 120 mm
Exif: f/4, 1/160 s, ISO 140, 120 mm

Bild 6, Bild 7: Mit dem Zauberobjektiv lassen sich auch Himmelsobjekte wie der Mond und die Sonne fotografisch einfangen. Die schönen Zacken eines Sternenlooks erhält man durch das möglichst weite Abblenden, also Verkleinern der Blende (Vergrößerung der Blendenzahl, remember?). Bei diesem Objektiv ist es möglich bis f/22. Wenn man so weit abblendet, braucht man *sehr* viel Licht. Was könnte heller sein als unsere Sonne, wenn wir zumindest innerhalb des eigenen Sonnensystems bleiben?!
Exif: f/8, 1/200 s, ISO 100, 120 mm
Exif: f/22 , 1/640 s, ISO 100, 24 mm (Belichtungskorrektur/LW -3)

Bild 8, Bild 9: Ohne Stativ die Bewegungsunschärfe der U-Strab in Karlsruhe einfangen? Klappt mit etwas Übung solange das Objektiv stabilisiert ist oder/und der Kamerabody eine Stabilisierung hat. Zwar ist das hier getestete Objektiv, das Nikkor Z 24-120 mm f/4 *nicht* stabilisiert, aber an einer stabilisierten Kamera, wie der Nikon Z 6ii, funktioniert es.
Exif: f/4, 1/160 s, ISO 2.200, 33 mm
Exif: f/8, 1/2 s, ISO 100, 24 mm

Bild 10, Bild 11: Das Schloss Karlsruhe von Außenturm zu Außenturm. Natürlich mit 24 mm. Herangezoomt auf 120 mm kann man zum Hauptmotiv Springbrunnen wechseln.
Exif: f/4, 1/1250 s, ISO 100, 24 mm
Exif: f/4, 1/1600 s, ISO 100, 120 mm

Bild 12, Bild 13, Bild 14, Bild 15: Für die Portraitfotografie eignet sich der Alleskönner 24-200 mm bedingt. Erwartungsgemäß ist das Bokeh nicht wirklich spektakulär. Zumal, anders als bei den Blumen (Bild 4, Bild 5), in der Regel dem Model nicht bis auf 35 mm auf die Pelle rücken wollen. Schöne Erinnerungsfotos können dennoch entstehen, wenn man bspw. mit der Freundin in den Alpen unterwegs ist, neben der Geliebten auch den traumhaften Raum, die sagenhafte Kulisse, einfangen möchte.
Im Vergleich der Fotos sieht man trotzdem auch beim f/4er Objektiv, dass durch die Vergrößerung der Brennweite die Weichheit des Bokehs (ein wenig) zunimmt. Also, nichts für Ungut, Nikon, you’ve done an awesome job! Und natürlich herzlichen Dank an Anna und Valeria, den sympathischen ukrainischen Spontan-Models im Karlsruher Schlosspark!

Exif: f/4, 1/320 s, ISO 100, 63 mm
Exif: f/4, 1/250 s, ISO 100, 86 mm
Exif: f/4, 1/250 s, ISO 100, 60 mm
Exif: f/4, 1/200 s, ISO 100, 28 mm

Bild 16, Bild 17: Solltet Ihr bei Eurer Fotografie oder einem Fotoprojekt den Schwerpunkt auf Portraits legen, dann solltet Ihr freilich zu einem der bewährten Portraitobjektive greifen. Zur Sicherheit oder als Backup hatte ich in diesem Fall das inzwischen schon wieder in die Jahre gekommene (Kauf 2017) 105 mm f/1.4. Wenn Ihr die Objektive vergleicht oder überlegt, welches Objektiv für welchen Anwendungsfall, so seht Ihr an diesem Beispiel, wie unterschiedlich Objektive sein können. Ganze drei Blenden bei der Maximalöffnung, f/4 vs. f/1.4. Zur Vervollständigung seien zwei Beispielfotos mit dem Nikkor 105 mm f/1.4 an dieser Stelle präsentiert.
Exif: f/1.4, 1/8000 s, ISO 100, 105 mm
Exif: f/1.4, 1/1600 s, ISO 100, 105 mm


Fazit: Mich hat das Nikon Z 24-120 begeistert. Es ist ein unglaublich kompakte, leichtes Universalobjektiv mit einer maximalen Blendenöffnung von f/4. Im Indoor-Bereich bzw. zur Abendzeit *kann* das ein Problem werden. Wie Nikons 105 mm f/1.4 ist auch das 24-120er eine Art Biest, das es zu bändigen gilt. Es hat das Zeug, jede Menge Spaß und Zufriedenheit demjenigen zu bescheren, der oder die es in den Händen halten und damit ansprechende Fotos machen darf.

Text / Fotos :
Michael M. Roth | Events | Veranstaltungen | Eventfotograf | Fotograf | Karlsruhe
MicialMedia (c) 2011 – 2023

Disclaimer: Der Artikel enthält unbezahlte Werbung.
Weder von Nikon beauftragt, noch von Nikon bezahlt.

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Zoe Mayer (MdB), Ute Leidig (MdL), Alexander Salomon (MdL), Kreisvorstand und Grüne Jugend empfangen Interessierte beim Tag der offenen Tür im neuen Büro Karlsruhe

Natürlich war das eine besondere Gelegenheit: Grüne Politikerinnen und Politiker stellten beim Tag der offenen Tür der Grünen Karlsruhe Anfang April 2023 Interessierten ihre Arbeit vor und zeigten sich offen für den Austausch. Ich bin mir nicht sicher, wer oder was mehr strahlte an diesem Tag, die Karlsruher Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer oder das neue Büro der Grünen in der Redtenbacherstraße 9 in der Südweststadt von Karlsruhe. Freilich gehört es zum Job von Politik Machenden, sich offen und mit einer gehörigen Portion an Optimismus zu zeigen. Bei Zoe hatte ich den Eindruck, dass ihre Leidenschaft und die ganz und gar nicht versteckte, überschüssige positive Energie den Raum zu füllen schienen. Mit Fingerfood und einem reichlich gedeckten Tisch gelang es ebenso, im kulinarischen Bereich für Wohlgefühl zu sorgen.

Neben Zoe Mayer und ihrer sie unterstützenden Büromitarbeiterin Mareike Blümle hießen der Kreisvorstand der Karlsruher Grünen sowie die Grüne Jugend Besucher und Besucherinnen willkommen, wobei die 23-jährige Studentin der Wirtschaftswissenschaft sowie Mitglied der Grünen seit 2019, Janina Jakob, den Reigen der zum Mikrofon Greifenden eröffnete.

Im Büro der Abgeordneten des Landtags Baden-Württemberg, Ute Leidig und Alexander Salomon, fanden sich an der Wand einige Multiple-Choice-Fragen rund um die Grünen und ihre Arbeit im Stuttgarter Landtag, um Anker für mögliche Diskussionen zu bilden. Mit meiner Vermutung, dass Ute Leidig von unserem Ministerpräsidenten, Winfried Kretschmann, (und keinem anderen), zur Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration ernannt wurde, lag ich richtig.

Was mir am neuen Büro der Grünen in der Fächerstadt besonders gefiel: Das Zimmer mit dem Glasdach, das eine Art Wintergarten-Feeling erzeugte. Sehr gut kann ich mir auch vorstellen, dass die einzelnen Zimmer mit Themen aus unterschiedlichen politischen Verwaltungsebenen wie Bund, Land und Kreis, ein besonderes Flair und direkte Kommunikationswege ermöglichen. Allen dürfte gemeinsam sein, dass sie jeweils auf ihrer Ebene, aber eben auch gemeinsam im Verbund unser Land und unsere Städte weiter voran bringen wollen in Richtung Zukunft mit den Schwerpunkten, die laut DNA der Grünen bekannt sind, wie Umweltpolitik/Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, eine Gesellschaft, die von Menschen gemacht ist für die Menschen. Es möge den Grünen und uns allen gelingen!

Nachfolgend noch ein paar der vielen schönen Impressionen, die ich beim Tag der offenen Tür der Grünen am 2. April 2023 in ihrem neuen Büro machen durfte.


Text und Fotos: Michael M. Roth, Inh. MicialMedia

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Neueröffnung: Mehr Raum für den Unikat Store in Karlsruhe

Ein paar Tage nach der Neueröffnung des Ladens mit moderner Mode für Männer und Frauen, es war der 11.3.23, möchte ich einen kleinen fotografischen Nachklapp geben. Wohl schon immer gehörte es zu den Markenzeichen der inhabergeführten Location, dass es Lieblingsmode, junge Fashion für ihn und für sie gibt, während gleichzeitig auf die Kunden und Kundinnen zugegangen wird, um sie bei der Artikulierung Ihrer Wünsche und Bedürfnisse in Sachen Kleidung zu unterstützen.

Freilich, spätestens seit dem der US-amerikanische Unternehmer und Kaufman Harry Gordon Selfridge das nach ihm benannte Kaufhaus Selfridges in bester Londoner Lage im Jahre 1909 eröffnet hatte, muss es sich herum gesprochen haben, dass man in einem Kaufhaus oder einem Bekleidungsladen nicht nur Anziehsachen kauft und verkauft; nein, das Wohlgefühl der Kunden und Kundinnen sollte ebenso im Vordergrund stehen.
So ist den beiden Brüdern, Self-Made-Men und Geschäftsführern Andy und Michael Preißler bewusst, dass man mit einem gewinnenden Lächeln, einem freundlichen und kompetenten Bedienen die Kauflust der Kunden steigern kann.

Bei der Neueröffnung des jetzt zweietagigen Unikat Store Karlsruhe in der Kaiserstraße 145 gab es so neben Getränken und süßen Törtchen auch gute Laune zum Empfang. Klar, das alles ist nicht vom Himmel gefallen. Über Jahre hatten die Geschwister und das Team darauf hingearbeitet. Die Freude und der Arbeit Lohn ist ihnen nicht zu verdenken.

Hier geht es zur Website: https://unikattoshop.de/

Nun viel Spaß mit den Schnappschüssen des neuen Unikat Store Karlsruhe am Tag der Neueröffnung.

Fotos und Text: Michael M. Roth, MicialMedia
Unbezahlte Werbung und Zeitgeschichte (Gesellschaftsleben) in Karlsruhe

Ein weiterer Artikel im Kontext:
https://karlsruhepuls.de/unikat-store-umgezogen/

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Der Ethische-Intelligenz-Prozessor

Hierbei handelt es sich um ein Preview vom 28.2.23.
Erste Gedanken zum Ethische-Intelligenz-Prozessor kamen mir vor ein paar Tagen. Ein kleines Textband fiel mir ein und eine Skizze, wie eine Unvollendete.

Heute beschrieb ich den Ethische-Intelligenz-Prozessor wie folgt:
Eine Stabsstelle für zukünftige IT-Systeme.

Die Bleistiftskizze nehme ich für mich selbst zur Inspiration, um später daran fortzuarbeiten. Im Moment sind die Auftragsfotografie sowie ein Vortrag über die Ethische Intelligenz bei einer Special Interest Group Digitalismus recht eng gestaffelt, so dass ich die Vertiefung der Idee eines Spezialprozessors dediziert für Ethische Intelligenz noch ein wenig „vor mich her“ schieben werde. Am Anfang steht immer die Idee. Impulse sind wichtig für unsere Leben.

Nachfolgend noch ein wenig Text, den ich erstmals am 25.2.23, also vor drei Tagen, auf Facebook veröffentlichte.

Heute mache ich mir Gedanken über die mögliche Architektur eines Ethische-Intelligenz-Prozessors. Er könnte eine Art Stabsstelle für jegliche informationsverarbeitende und informationsproduzierende sowie KI-Systeme der Zukunft sein. KI-Experten sehen heute KI häufig als Hilfsmittel zur Umsetzung von #ADM, Automated Decision Making. Ich möchte über dieses Niveau hinaus blicken und #DIS, womit ich Deep Intelligent Suggesting meine, in die Diskussion einbringen. Das bedeutet weniger Stringenz, im Sinne von 1+1=2, dafür mehr Kreativität, das Abwägen von Wahrscheinlichkeiten und das Schließen auf Handlungsvorschläge.Der Ethische-Intelligenz-Prozessor würde die beiden Säulen meiner Philosophie beinhalten, das Ausloten von intelligenten Leistungen sowie Werte- und Zielsysteme. Das alles zum Benefit für Menschen und andere Soziogenten auf der Erde.

Nächste Woche – inzwischen am heutigen Dienstag, 28.2.23, gebe ich bei der Integrata-Stiftung: Lebensqualität durch Informationstechnologie eine kleine Präsentation und Einführung zur meinem Thema der Ethischen Intelligenz. Meinen Vortrag „Beziehung Mensch Maschine als Teil der Ethischen Intelligenz“ den ich beim #ki4industry-Kongress im November 2020 an der Hochschule Karlsruhe gehalten habe, möchte ich entsprechend aktualisieren und so um meine neuen Ideen ergänzen.

Der Ethische-Intelligenz-Prozessor könnte erstmals in der Geschichte des Planeten dazu führen, dass ein System deterministisch schwere Verbrechen gegen die Menschheit und die Menschlichkeit ausschließt. Es wäre etwas, was die Natur bisher nicht geschafft hat: Die Vermeidung von Krieg und Völkermord, wie sie vor 90 Jahren von Deutschland ausgingen und heute von Russland ausgehen.

Update 1.3.23: Erster Entwurf zur Architektur des EIP

Nunmehr habe ich eine erste Skizze zum Ethische-Intelligenz-Prozessor (EIP) erstellt, die auf eine mögliche Architektur des EIP abzielt.
Der EIP selbst enthält eine Ethische-Intelligenz-Test-Maschine, die den aus den Vorstufen des EIP resultierenden Vorschlag gegen ethisch-intelligente Testfragen auf die Probe stellt und somit verifiziert. Das Ergebnis dessen wird als DIS, Deep Intelligent Suggesting, verstanden.


Wenn ein System mit dem EIP bestückt bzw. ein solcher ins System integriert ist (bei einem technologischen IT-System als Hardware-Baustein, bei einem biologischen Soziogenten wie dem Menschen als Modell oder Paradigma), dann kann dieses System zunächst bspw. eingesetzt werden, um die Ethische Intelligenz von Soziogenten zu testen. Freilich kann ein solches System selbst als Testsoziogent fungieren, also ein Soziogent sein, der auf Ethische Intelligenz getestet wird. In der Zukunft könnte jedes technische System, das als Soziogent agiert bzw. mit seiner Umwelt interagiert, mit einem solchen EIP ausgestattet sein.

Text und Skizzen: Michael M. Roth, 2023

Nachklapp / Meilensteine der Ethischen Intelligenz:

Der Ethische-Intelligenz-Prozessor.
– Jüngster Meilenstein meiner Philosophie der Ethischen Intelligenz.

Zentraler Begriff der Ethischen Intelligenz: Soziogenten. Es sind alle, die, es ist alles, was sich autark auf dem Planeten bewegt. Ja, auch autonome Fahrzeuge werden in Zukunft dazu gehören. Ich spreche daher im Kontext der Ethischen Intelligenz auch von Soziogentologie als Wissenschaft, sowie Soziogentismus als eine Denkrichtung in der Nachfolge von Feminismus und Humanismus.

Doch nun zu den Meilensteinen.

6.7.18: Erstmals Verwendung und Entwicklung des Begriffes „Ethische Intelligenz“ im deutschen Sprachraum.
-> https://www.hs-analysis.com/2018/07/06/ethische-intelligenz-als-bindeglied-zwischen-mensch-und-kuenstlicher-intelligenz/

29.8.20: Geburt des Ethische-Intelligenz-Test. Weiterentwicklung des Tests von Alan M. Turing, der danach fragte: Mensch oder Computer? Ich frage: Ethisch-intelligent, ja oder nein?
-> https://micialmedia.de/2020/08/turing-test-vs-roth-test/

4.9.21: Wieder eine Improvisation bzw. Weiterentwicklung von mir. Das um die Jahrtausendwende von Paul Crutzen (1933-2021) benannte Anthropozän (vom Menschen dominiertes, „beherrschtes“ Erdzeitalter) wird von mir unterteilt in „Disruptozän“ und „Kognitozän“. Das war während der Pandemie und noch vor dem Überfall Russlands auf die gesamte Ukraine im Folgejahr. Das Kognitozän, hierbei geht vor allem um wahrnehmen und erkennen, ist in Teilen Wirklichkeit, in vielen Teilen allerdings allein Anspruch und (noch) keine Realität.
-> https://micialmedia.de/2021/09/eidechse-kognitozaen-impfung/

28.2.23: Der Ethische-Intelligenz-Prozessor.
Dies ist der erste angenommene dediziert funktionale Hardware-Baustein in einem IT-System, der sich explizit mit der Verifizierung aus der Perspektive der Ethischen Intelligenz befasst. Gleichsam übertragbar als ethisch-intelligentes Gedankenmodel auf den Mensch und andere Soziogenten.
-> https://micialmedia.de/2023/02/ethische-intelligenz-prozessor/


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ChatGPT – Die erste maschinelle Ethische Intelligenz?

Kleine Intro zur Ethischen Intelligenz

Seit 2018 beschäftige ich mich mit der Philosophie der Ethischen Intelligenz. Als studierter Informatiker haben mich freilich Themen der Digitalisierung schon frühzeitig interessiert. Was sich nicht änderte, als ich mich 2011 als „MicialMedia“ selbständig machte, in der Hauptsache Events, Menschen, Kongresse und Portraits fotografierte, aber ebenso Unternehmen in Sachen Optimierung ihrer Social-Media-Channels meine Unterstützung anbot. Durch mein Elternhaus war mir eine Art Doppelfunktion als Informatiker und Philosoph in die Wiege gelegt. Bevor ich Informatik studierte, durfte ich einem der Väter der KI, Joseph Weizenbaum, die Hände schütteln, als er bei der International Student Week in Ilmenau in 1993 einen Vortrag über KI und Digitalisierung hielt. Bei meinem eigenen Vater, Michael Roth, las ich Korrektur bzgl. seiner zweiten Doktorarbeit „Evolution und Kooperation. Mensch und intelligenter Automat“.
Kammer der Technik, 1983.

Ethische Intelligenz. Eine neue Wortekombination im deutschen Sprachraum. Die erste Draufsicht lautet so: Ethische Intelligenz kann sein:
1. Eine Philosophie,
2. Paradigma, Wesensmerkmal oder Tugend eines in Punkt 3 genannten Systems,
3. das System, das Träger der in Punkt 2 benannten Beschreibung ist.
Z. B. „Heute begegnete mir im Wald eine Ethische Intelligenz. Ich war mir nicht sicher, ob es sich um einen Menschen handelte, ein Tier, vielleicht ein Fabelwesen, oder eine intelligente Maschine. Es rief mir nur zu ‚Sei gegrüßt, lieber Freund!‘ „.

Die Philosophie der Ethischen Intelligenz besteht aus den beiden Säulen Ethik und Intelligenz. Genauer benannt als „Neue Ethik 2020“ und „Neue Intelligenz 2020“. Da die „Neue Ethik“ bereits zu beginn des 20. Jahrhunderts von Helene Stöcker und der Frauenrechtlerin Maria Lischnewska begründet wurde, die wiederum auf Friedrich Nietzsches „Umwertung der Werte“ fußte, habe ich in meinem neuen Wissensbereich die Jahreszahl 2020 ergänzt, die mir zwischendurch begegnete auf dem Weg von der erstmaligen Nennung der Ethischen Intelligenz am 6.7.2018 (Ethische Intelligenz als Bindeglied zwischen Mensch und Künstlicher Intelligenz) bis zum heutigen Tag, welcher der 31.1.2023 ist, da ich diesen Artikel über ChatGPT schreibe.

Die Ethische Intelligenz untersucht im Besonderen folgende Beziehungen:
1. Mensch-Mensch
2. Mensch-Milieu (Milieu bedeutet hier Umwelt)
3. Mensch-Mikrokosmos
4. Mensch-Makrokosmos
5. Mensch-Maschine

Zentrale Bedeutung haben die Begriffe wie „Soziogenten“ und das „Kognitozän“, das mehr Hoffnung geben und die Reputation des alles, vor allem den Planeten „beherrschenden“ Menschen verbessern soll. Das Kognitozän als Zeitalter des Wahrnehmens und des Erkennens. Plötzlich merkt der Mensch, dass es nicht erstrebenswert sein kann, Bäume sinnlos zu fällen oder Schweine in der Massentierhaltung „irre“ werden zu lassen, jährlich Millionen von männlichen Küken maschinell umzubringen u.v.a.m.

Der Begriff der Soziogenten soll die bisherige (Allein-)Herrschaft des Menschen auf dem Planeten Erde relativieren, gleichzeitig die Bedeutung, möglicherweise sogar Würde eben aller anderen Soziogenten auf der Erde, also selbständig agierenden und interagierenden Wesen vom Einzeller über den Menschen bis hin zur intelligenten Maschine, alias Künstlicher Intelligenz, aufwerten. In meiner Philosophie der Ethischen Intelligenz heißt die letztgenannte Kiso, Künstlich-intelligenter Soziogent.

In Bezug auf das Kognitozän: Die gesamte Evolution der Menschheit könnte man ebenso als einen einzigen Erkenntnisprozess verstehen. Doch im Besonderen versuchen die Philosophen im Fokus ihrer Zeit die Spezifika ihrer Epoche zu verstehen bzw. zu hinterfragen. Vielleicht ist das Kognitozän sowas wie Kants Aufklärung. Natürlich auf einem anderen Level. Alles zu seiner Zeit.

ChatGPT, GPT-3, über die Ethischen Intelligenz

ChatGPT nach der Philosophie der Ethischen Intelligenz befragt, fand es zunächst nur Bezüge zur Künstlichen Intelligenz. Immerhin! Nachdem ich der zu meinem persönlichen Account zugeordneten Instanz von ChatGPT Essenzen meiner Philosophie vermittelt hatte, schien der Chatbot mein Verständnis von Ethischer Intelligenz „verinnerlicht“ zu haben. – Hier gilt es zu beachten, dass das Lernen seitens ChatGPT nur lokal, account-assoziiert, funktioniert, nicht aber global. Ein anderer Nutzer sieht diese für ChatGPT neuen Informationen nicht. Sollte das einmal doch passieren oder die Entwicklung in die Richtung gehen, hätten wir eine ähnliche Herausforderung wie bei der Wikipedia, wo Vandalismus von Daten immer wieder durch fleißige Admins korrigiert werden muss. – Bis die KI eines Tages selbst wirklich intelligent, vielleicht sogar ethisch-intelligent ist.

Eigentlich wollte ich auf den Ethische-Intelligenz-Test hinaus. Wenn man nach „Turing Roth“ googelt, stößt man genau auf diesen: Turing extrapoliert: Soziogenten und Ethische Intelligenz beschreiben den Roth-Test. Auf diesen werde ich am Ende des Artikels zurück kommen.

KI kommt langsam, aber sie kommt

Allein der Begriff der KI scheint heutzutage eine Art Blackbox zu sein. Einigkeit dürfte darüber herrschen, dass die Künstliche Intelligenz Chancen und Risiken bereit hält. Wobei ich den Eindruck habe, dass beide dieser gegensätzlichen und doch zusammen gehörende Pole stark unterschätzt werden. Das Potenzial künstlich-intelligenter Systeme sollte m. E. mit einer ebenso starken Aufmerksamkeit, Vorsicht aber auch Optimismus betrachtet werden wie das Potenzial menschlich-intelligenter Systeme, kurz Menschen. Denn ebenso wie wir es bei der KI vermuten, ist der Mensch dazu in der Lage, Großartiges, Konstruktives, aber eben auch Zerstörerisches zu leisten.

Bei einigen KI-Podien bei Kongressen oder in Foren hatte ich bereits den Eindruck, dass auf der Seite der Möglichkeiten aktuelle oder zukünftige Fähigkeiten von KI eklatant unterschätzt werden. So hieß es in einer Diskussionsrunde, man könne bspw. KI-Systeme zur Überwachung im Krankenhaus einsetzen. Auf einer Demenzstation sollte ärztliches oder Wachpersonal informiert bzw. alarmiert werden, sobald eine an Alzheimer erkrankte Person „flüchtig“ werden wollte. Dabei könnten gerade persönliche KI-Assistenten dazu beitragen, für Menschen, die immer vergesslicher werden, zumindest noch für eine Übergangszeit ein Setting von Beziehungen (Familie, Freunde), aktuellen Daten (Heute ist …), Infos zu Raum und Zeit zu vermitteln.

Und jetzt. ChatGPT. GPT-3. GPT steht für Generative Pre-Trained Transformer. In der 3. Version! Wohl seit Mitte/Ende letzten Jahres (2022) in eine Hardcore-Testphase gestartet und gestattet für den öffentlichen, persönlichen Zugang. Wow. Hier kann jeder ChatGPT testen.

Im Prinzip könnte ChatGPT auf der persönlichen Ebene sich zu einem mächtigen und absolut hilfreichen KI-Assistenten entwickeln. Es ist genau das, was ich mir schon viele Jahre gewünscht habe. Ich kann mir gut vorstellen, dass Joseph Weizenbaum (1923-2008), der 1966 das erste (na ja, sehr oberflächlich) intelligente Dialogprogramm namens Eliza geschrieben hatte, heute von ChatGPT beeindruckt wäre, ähnlich wie ich. Evtl. kämen bei ihm noch ein paar (mehr) Sorgenfalten hinzu. Wenn wir uns an die Biopolarität von Chancen und Risiken erinnern.

Doch schauen wir uns an, was dahinter steckt. Welche Vision hat das Unternehmen, das ChatGPT entwickelte, nämlich OpenAI, im schönen kalifornischen San Francisco? – Das große Bild ist kein geringeres als die Entwicklung einer AGI, ist gleich Artificial General Intelligence. Im Prinzip sowas, was wir Menschen auch haben. Wir wissen in der Theorie „alles“ oder können zumindest (fast) alles herausfinden. Na gut, das Universum ist natürlich groß. Aber zur Not fragen wir ChatGPT, und möglicherweise werden wir ChatGPT bald zu allem fragen können, was auch der Mensch wissen kann. Und vielleicht darüber hinaus gehend. Worum geht es dabei? Um lernen und schlussfolgern. Das Potenzial, das hinter so einer künstlich-intelligenten Maschine steckt, ist (m.E.) unglaublich groß!

Automatisierung von Routine. Aber nicht als Ende der Fahnenstange.

Oh ja, wenn wir heute von „schwacher KI“ reden, dann haben wir noch genügend Anwendungen und Abläufe im Leben, die eine solche (Vorstufe der) Künstliche(n) Intelligenz vereinfachen und uns Menschen abnehmen könnte. Allein in der Medizin und im Gesundheitswesen. Wo ich persönlich einige sehr späte Diagnosen von Ärzten erlebt habe, die ich vorher schon durch einfaches Googeln vermutete. Stichwort Expertensysteme. Es geht da nicht um „unfähige Ärzte oder Ärztinnen“. Wir sind alle Menschen mit Fehlern. Es geht darum, dass das System selbst zu viele Fehler erlaubt. Einfache Formen der KI zählen 1 und 1 zusammen. Menschen können das. Tun es aber nicht immer dort, wo es geboten erscheint.

Natürlich habe ich ein wenig mit ChatGPT gespielt. Und ich werde es weiterhin ausgiebig testen. OpenAI ist es gelungen, mich so richtig neugierig zu machen! Eine triviale Aufgabe, wenn man gerade die entsprechende Formel nicht zur Hand hat: „Bitte berechne meinen BMI (Body Mass Index), auf Grundlage der Daten meines Gewichts und meiner Körpergröße, die ich Dir mitteile!“

Es ist nicht nur die reine Mathematik. Gleichzeitig werden die Daten „annotiert“. Bzw. dieser Parameter. Neben diesem spielt bspw. auch der Körperfettgehalt eine Rolle. Ein sehr muskulöser Typ mit schweren Knochen könnte einen „zu hohen“ BMI haben, dabei doch völlig gesund leben.

Ein weiterer Punkt: ChatGPT liefert die Erklärung für das Ergebnis, nämlich die Formel. KI kann sich wie eine Blackbox verhalten, es ist aber nicht notwendigerweise immer so. Und das ist m. E. an dieser Stelle ein sowohl philosophisch als auch für die reale Anwendung wichtiger Punkt.

Ein Bonbon des Gegensatzes: Bei Menschen wird diese wunderbare Gabe der Intuition bis in den Himmel gelobt. Etwas zu wissen oder nach etwas nicht Greifbarem zu handeln, womöglich am Ende noch richtig. Der Mensch kann es nicht erklären, er hat es einfach so aus dem Bauch heraus getan. Beim Mensch „Begabung“ oder Tugend, deren Erreichen bei KI angezweifelt wird. Bei KI will man das Unscharfe und Ungewisse um jeden Preis vermeiden. Klar, es gibt Gründe dafür. Aber ich finde es schon spannend, wie ähnlich Mensch und KI sich oft sind, an mehr Stellen, als wir mitunter annehmen.

Für mich sehr imposant: Ein 12-minütiges Tutorial von Kevin Chromik – ChatGPT automatisiert ALLES für Dich (mit Code). Hier wird z. B. demonstriert, wie die KI die Download-Ordner auf dem PC strukturiert unter Einhaltung der von Kevin gewünschten Vorgaben.

ChatGPT macht derzeit selbst in Deutschland, wo man digital nicht immer ganz vorne mit dabei ist, die Runde, auf verschiedenen Ebenen. Da möchte sich auch die Oberschule Findorff (Bremen) nicht lumpen lassen! Wie der NDR-Beitrag zeigt, gibt es erste Annährungsversuche der Schüler und Schülerinnen des Leistungskurses Deutsch in der 12. Klasse zu ChatGPT unter dem Motto „Digitale Poesie“ (verfügbar bis 24.12.24) – Chapeau und Respekt vor der mutigen und zukunftsoffenen Lehrerin!

Erwartung, Status quo und Zukunft

In den letzten Jahren habe ich vor allem hier in Deutschland bei Philosophen, aber auch Informatikerinnen und KI-Expert:innen erlebt, wie diese Gegenüberstellung gemacht wurde Mensch – Computer. Oder Mensch – intelligente Maschine. Das tue ich ja auch. Allerdings scheint es mir so, dass der Mensch als das Maß aller Dinge betrachtet oder verstanden wird. Man hört dann typische Aussagen wie: „Der Computer tut nur das, was der Mensch ihm vorgibt zu tun.“ Auch die alleinige Fokussierung auf die „Automatisierung langweiliger, ermüdender Aufgaben“. Kreativität und Intuition sollen vermeintlich unserer einzigartigen (?) Spezies Mensch vorbehalten bleiben. Der gar nicht mal so unkluge Richard David Precht, den ich sogar als einen tollen Philosophen sehe (also ich, nicht alle, aber das ist die Natur der Dinge), stimmte in diesen Chor ein. Siehe mein Artikel aus 2020: Künstliche Intelligenz und Prechts schöngeistiger Irrtum. Ebenso (erwähnt im selben Artikel) war der deutsche Philosoph Julian Nida-Rümelin, den ich selbst mehrere Stunden freisprechend bei einem Kongress zum Thema Achtsamkeit erlebt habe (Chapeau!), Co-Autor des Buches „Digitaler Humanismus“ aus 2018. Die Möglichkeiten von KI wurden dort für mein Empfinden zu sehr in den Bereich von Science Fiction verbannt. Schade. Denn die großen Talente können philosophisch Hunderte Jahre zurück blicken, aber nach vorne, da wird es schon bei wenigen Jahren schwierig (auch objektiv, klar).

Die umtriebige deutsche Journalistin und Speakerin Eva Wolfangel, die schon mit ihrem exotischen, dafür leicht zu merkenden und handlichen Domainnamen ewo.name ins Auge fällt, schrieb kürzlich (16.12.22) einen Artikel für Spektrum über ChatGPT: Das sprachgewaltige Plappermaul. Der Artikel ist für mich spannend, da Eva verschiedene Seiten der noch neuen Version ChatGPT, GPT-3, beleuchtet. Unter anderem wird folgendes kritisiert: Die – mögliche, aber auch hier konkrete – Voreingenommenheit, auch als Bias bezeichnet, von Systemen. Dazu zählen freilich nicht nur Systeme wie KI. Auch das menschliche System ist so. Und schließlich kommen wir ganz ohne Kategorien nicht aus. Es gibt immer verschiedene Zielgrößen und Perspektiven. Mittels der Ethischen Intelligenz könnten wir beispielsweise versuchen, die Zahl und Qualität von Widersprüchen, die für andere schmerzlich sein könnten (wie die genannten armen Schweine in der Massentierhaltung) zu reduzieren bzw. erträglicher zu gestalten. ChatGPT hätte eine „weißen englischen“ Blick. Beispielsweise würden andere Sprachen nicht berücksichtigt wie das Arabische. Als Alternative wird ein Modell von 500 Forschenden aus 45 erwähnt. Die Gruppe nennt sich „Big Science“. Ihre KI-Version soll weniger Bias haben und eine größere Nachvollziehbarkeit bei den Entscheidungen.

Wie schon angedeutet, scheint Voreingenommenheit eine Herausforderung sowohl bei Mensch als auch bei (künftigen) KI-Systemen zu sein. Die möglichen Auswirkungen könnten im Digitalzeitalter zu einer anderen Dimension zu gelangen. Allerdings florierte in der Zeit des deutschen Nationalsozialismus geradezu die willkürliche und menschenfeindliche Kategorisierung, insofern bin ich mir nicht sicher, ob Programme, die testen sollen, ob ein Text von einer KI geschrieben wurde, der „heilige Gral“ sind.

Es scheint so, dass ChatGPT zumindest im Dialog mit vernünftigen Menschen (wie ich mich selbst einschätze, pardon!) in der Lage ist, vernünftige Resultate zu liefern, ungleich einer „weißen englischen Bias“:

Im Artikel von Eva Wolfangel ist die Rede davon, dass ChatGPT „lügt“. Wenn man den Duden befragt – „lügen“ bedeutet, eine bewusst falsche, auf Täuschung basierende Aussage zu machen. Eva ist allerdings der Meinung, dass ChatGPT (zur Zeit, und damit dürfte sie Recht haben) kein Bewusstsein hat. Somit wäre ChatGPT gar nicht in der Lage zu lügen. – Selbstverständlich sind Aussagen bei der KI – wie auch beim Menschen – auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Z. B. durch die Angabe von Quellen. Vertrauen kommt nicht vom Himmel gefallen; es muss sich über die Zeit erweisen und gleichsam wachsen.

Der Ethische-Intelligenz-Test vs. Check-KI (der gute alte Turing)

Entsprechende Rufe und Wünschen kommen derzeit aus vielen Richtungen. Die t3n Digital Pioneers haben es thematisiert:
ChatGPT: Woran lassen sich KI-Texte erkennen?

So wird als Beispiel der Giant Language Model Testroom (GLTR) genannt, der den Menschen bei der Erkennung von KI-Texten unterstützen soll.
Mir scheint dies zumindest in einer Übergangsphase ein legitimes Anliegen zu sein. Auf der anderen Seite: Wie viel gewinnen wir durch diese Information, dass es sich NICHT um eine KI oder sogenannte maschinelle Textantwort auf eine bestimmte Frage handelt?
Wenn es sich um Aussagen eines Krieg führenden Autokraten und Völkerrechtsbrecher handelt? Oh, ja. Für uns in Deutschland und in Europa ist „alles klar“. Aber auch für die Menschen in Russland oder Russlandstämmige in der Welt?

Mit dem Turing-Test wird man einiges Tages an Grenzen gelangen. Auch weil Mensch und Computer vieles gemeinsam haben, das Potenzial für Gutes und das Potenzial für Böses oder ethisch nicht Begründbares. Beide für beides!

Der von mir vorgeschlagene Ethische-Intelligenz-Test könnte daher vor allem auf lange Sicht einen Beitrag leisten, damit wir nicht nur über Existenzrecht, Möglichkeiten und Limitierungen der KI nachdenken, sondern jeweils auch über unsere eigene Spezies und vielleicht eines Tages in Symbiose mit künstlich-intelligenten Systemen leben.

Zum Schluss möchte ich noch im Kontext auf einen ebenso interessanten Artikel von Eva Wolfangel hinweisen, indem sie über ihr Interview mit dem Ethik-KI-Experten bei Google (ehemaliger Mitarbeiter) über ein vergleichbares KI-Chat-System namens Lamda (Language Model for Dialog Applications) gesprochen hat:
Der Mann, der eine Künstliche Intelligenz als Person ansieht – und als Freund

Blake Lemoine, ein – wie ich finde – interessanter Mann, ist der festen Überzeugung, dass das Sprachmodel von Google Bewusstsein erlangt hat.
Zum gegenwärtigen Moment halte ich persönlich dies nicht für sehr wahrscheinlich. Früher oder später, was wiederum sehr wahrscheinlich scheint, wird es kommen, in 50, 100 oder 200 Jahren – was ist das schon im Vergleich zu Millionen Jahren – ebenso bemerkenswerter – menschlicher Evolution?
UPDATE am 5.2.2023
Die Professorin für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Kiel, Doris Weßels, die seit Wintersemester 2020/21 „Künstliche Intelligenz und Ethik“ als interdisziplinäres Wahlmodul lehrt, gibt tiefe Einblicke in das Wesen von ChatGPT:
Was ist ChatGPT und wie funktioniert es? Und welche ähnlichen Tools gibt es?

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Jahresrückblick: Year in Review: Fotografie: 2022

Auch – oder vielleicht gerade – in schwierigen Zeiten können Kunst, Kultur, Humor, vielleicht sogar Lachen und Liebe, Moment des Glücklich- und unbekümmert sein, neuen Mut zu finden, das Eigene dem oft sinn- und nutzlosen anderen, manchmal sogar Zerstörerischem entgegenzusetzen. So wie im obigen Foto: Belarmino Barros und Boglárka Balassa bei ihrer Ausstellung in der Orgelfabrik Karlsruhe / Durlach.

Als ich heute vor drei Jahren, am 31.12.19, diesen Artikel schrieb:
Leeres Blatt Papier 2020er
Da hatte ich kein Ahnung davon, was kommen würde. Erst „die“ Pandemie, alias Corona, dann, am 24.2.22, also dieses Jahres, der erweiterte Überfall Russlands auf das Volk der Ukraine, nachdem das russische Imperium bereits 2014 völkerrechtswidrig die Krim okkupiert hatte.

Seit Russlands Angriff auf das gesamte Territorium der Ukraine, was wohl nur die wenigsten von uns für möglich gehalten hatten, hat mir oft das Herz geblutet, und es hört bis heute nicht auf zu bluten. Dabei, oder vielleicht auch gerade deswegen, habe ich so viele liebenswerte Menschen aus der Ukraine kennen gelernt in diesem kontrastreichen und für viele Menschen Leid bringenden Jahr 2022. Es ging damit an, dass ich auf Demos Fotos von Ukrainern und Ukrainerinnen machte, die teils schon länger bei uns in Karlsruhe leben. Drei Monate, von April bis Juni 2022, gab ich ehrenamtlich einen Deutschkurs für ukrainische Neuankömmlinge.

Ich gründete das Netzwerk Ukraine Support Karlsruhe (USKA) und wurde selbst Mitglied im Deutsch-Ukrainischen Verein Ukrainer in Karlsruhe e.V. Wahrscheinlich verpasste ich durch mein Engagement einige Aufträge, wobei die Auftragslage Corona-bedingt in diesem Jahr noch ziemlich miserabel war im Bereich der Eventfotografie. Eigentlich war ich gerade dabei, mit einem Karlsruher Verkehrsunternehmen zu kooperieren, das mir ein lukratives Angebot gemacht hatte. Doch der russische Angriffskrieg riss mich irgendwie zu Boden, obwohl ich doch nur alles aus der Ferne betrachtete. Mein Aufmerksamkeitsvermögen umfasste in den ersten Tagen und Wochen nach dem Kriegsbeginn fast nur noch dieses Thema.

Obwohl ich auf der einen Seite „Zeit“ verloren habe, gewann ich doch die Herzen von Menschen, die mir wichtig sind und noch wichtiger wurden. Zu denen ich ein ungewöhnliches Vertrauensverhältnis herstellen konnte.

Für nächstes Jahr, 2023, wünsche ich mir, dass es mit der Eventfotografie (Veranstaltungsfotografie) wieder voran geht und natürlich den Sieg der Ukraine gegen den russischen Aggressor auf dem eigenen ukrainischen Territorium; Слава Україні!

In diesem Jahresrückblick gibt es nun eine fotografisches Resümee, 80 Bilder, die einige Highlights darstellen. Nicht alle von mir fotografierten Events sind erfasst, aber ich hoffe, auch für Euch ist etwas Schönes, Ästhetisches und fotografisch Ansprechendes dabei.

In chronologischer Reihenfolge:

Belarmino Barros & Boglárka Balassa: Orgelfabrik:
….. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang
U-Strab Karlsruhe
Bei Beginn des russischen Angriffskrieges am 24.2.22: „Frieden für die Ukraine“
Zwei Tage später „Hände weg von der Ukraine“ am Schloss Karlsruhe
Torwärterhaus / Torwächterhaus Karlsruhe Durlach. 1. Mittwochstreffen (30.3.22)
Open Innovation Kongress Baden-Württemberg in Stuttgart
Trommeln für die Vielfalt im IBZ Karlsruhe, Wochen gegen Rassismus
Ukrainische Teilnehmende meines Deutschkurses in Karlsruhe / Bulach
Teile des Vorstandes der Ukrainer in Karlsruhe mit der Ukrainischen Flagge
Bundesverfassungsgericht Karlsruhe (Fotografische Begleitung versch. Delegationen)
AgenturCamp in Frankfurt / Main
1. Treffen des Deutsch-Ukrainischen Chor als Projekt des Fächerchor Karlsruhe (11.5.22)
Sashka Project, Aleksandra Döhlemann / Pop-Up Store mit ukrainischer Kleidung
Vyshyvanka (ukrainisch: Bишиванка ), Tag des Bestickten Hemdes
Wasserfontänen vor dem Novotel Karlsruhe
Tennis Jochen Stephan (Waldstadt) vs. Nalin Thapa (Kuppenheim)
Alin Coen Band, Liv Solveig Wagner
Stimmen der Ukraine, Anastasiia Didenko, Deutsch-Ukr. Chor, Badisches Staatstheater
art Karlsruhe
African Summer Festival Karlsruhe
Danke Borschtsch, Jüdische Kultusgemeinde Karlsruhe
Tag der Ukrainischen Unabhängigkeit (24.8.), Marktplatz Karlsruhe
Ökumenische Vollversammlung des Rats der Kirchen in Karlsruhe (1st time) – UiK-Demo
Baden-Baden SoulSessions by Nalin Thapa im E-Werk Baden-Baden
Muslimische Kulturtage im Fächer: 1. Eröffnung Rathaus, 2. Kochkurs Malakeh Jazmati
Feier der Absolventen und Absolventinnen Wirtschaftsinformatik Hochschule Karlsruhe
Kurs für ukrainische diabetische Geflüchtete, Diabetiker Baden-Württemberg (DBW)
Eröffnung Ukrainisches Kulturzentrum Karlsruhe

Fotos: Michael M. Roth, MicialMedia
#Eventfotografie #NaturalPortraits #People #Photography in #Karlsruhe & beyond!

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So schön war der Sommer. Fotografischer Nachklapp zum African Summer Festival.

(Gar nicht) So lange ist es her. Da fand das in Karlsruhe schon seit Jahren etablierte African Summer Festival statt (15.-17.7.22). Wenn es keinen regulären Auftrag zur fotografischen Begleitung gibt, kommt die Nachlese dann eben „bei Gelegenheit“. Natürlich liebe ich die immer wieder tollen, herzhaften und emotionalen Szenen der Veranstaltung. Daher möchte ich nun meine Bilder einfach nochmal nachwirken lassen in Erinnerung an die Instanz des Sommer 2022 dieses eindrucksvollen Veranstaltungsformates in der Fächerstadt.

Fotos: Michael M. Roth, MicialMedia
Weitere Infos: https://www.africansummerfestival.de/
Siehe auch das African Summer Festival vom Vorjahr, 2021:
https://micialmedia.de/2021/07/african-summer-festival-2021/

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Aufruf zur weiteren & andauernden Unterstützung der Ukraine

Demonstration der Ukrainer in Karlsruhe bei der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen am 2.9.22 in der Fächerstadt. Foto: Michael M. Roth, MicialMedia

Am 24.2.2022 überfiel Russland das Volk der Ukraine. Die Ukrainer und Ukrainerinnen selbst empfinden schon den Überfall auf die Krim in 2014 als den Beginn des russischen Angriffskrieges. Und ja, bereits hier fand eine völkerrechtswidrige Besetzung ukrainischen Territoriums statt.

In der Zwischenzeit hat der vom russischen Präsidenten Putin befohlene, von der russischen Staatsmacht und großen Teilen des russischen Volkes getragene terroristische Überfall, der unter dem angeblichen Vorwand der Befreiung von Nazis initiiert wurde Tausende Menschenopfer gefordert. Auf beiden Seiten. Der Krieg ist das absurdeste Mittel, um eine Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse herbeizuführen. Putin zelebriert den Kleingeist eines Inquisitors aus dem Mittelalter. Stärke, Macht, Reichtum und Willkür vereinen sich sowohl in der Person Putin als auch in der gesamten russischen Staatsmacht, die diesen Krieg nicht verhindern konnte, nicht verhindern wollte.

So manch einer mag jetzt denken: ‚Das ist doch alles nichts neues‘. Das stimmt auf eine Art. Außerdem gibt es großes Leid in anderen Teil der Welt, wie Hunger und Krieg. Auch das stimmt. Bitte, liebe Leute, engagiert Euch, wo immer Ihr Chancen und Möglichkeiten seht, Euch für (mehr) Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit einzubringen. Wir sollten uns nicht an das tägliche Leid gewöhnen. Lasst uns gemeinsam für die Menschenrechte auf unserem einzigartigen Planeten eintreten. Mag der Beitrag eines Einzelnen noch so klein erscheinen. In der Summe können wir etwas bewirken!

Ich persönlich engagiere mich insbesondere für den Erhalt der Freiheit der Ukraine, gleichzeitig für die Schaffung von stabilen demokratischen Strukturen. Ersten hat es viel mit meiner Lebensgeschichte zu tun. Schon als Schulkind besuchte ich die ukrainische Hauptstadt, als ich einen nahen Verwandten dort während seines Studiums traf. Zweitens ist die Freiheit der Ukraine, die Unversehrtheit ihres Territoriums auch und ganz besonders für den Erhalt dieser Werte in Europa von Bedeutung.

Daher möchte ich Euch dazu inspirieren, ab sofort, weiterhin bzw. andauernd, also kontinuierlich, selbstverständlich nach Euren Möglichkeiten die Ukraine und das Volk der Ukraine zu unterstützen.

Immer wieder gibt es zahlreiche Initiativen, Projekte, Spendenaufrufe, Demonstrationen und Mahnwachen. Denkt dabei bitte nicht ‚Was geht es mich an?‘. Oder wenn Ihr Euch das fragt, seid um eine konstruktive Antwort bemüht. Wie gingen wir in Deutschland damit um, wenn große Landstücke wie Baden-Württemberg und Bayern von einem anderen Staat annektiert würden? Würden wir aus zerbombten Städten flüchten und womöglich ein anderes Nachbarland um Unterstützung bitten?

In Karlsruhe, meinem Wohnort seit einigen Jahren, quasi meine zweite Heimat, gibt es tolle Projekte, die ich teils fotografisch begleite oder selbst ins Leben rufe bzw. versuche, meinen, oft kleinen, aber nicht wertlosen Beitrag einzubringen.

Anfang November 2022 wird das Neue Ukrainische Kulturzentrum Karlsruhe eröffnen. Im unmittelbaren Einzugsbereich der City haben hier zahlreiche Ukrainer und Ukrainerinnen einen großen Beitrag geleistet, um ihre Heimat auf diese Art und Weise zu unterstützen. Jedes Mal, wenn ich ihnen begegne, kann ich Herzblut und Empathie verspüren, die die Teilnehmenden besitzen. Es wird eine integrierte Fotoausstellung geben von ukrainischen Geflüchteten oder Hinterbliebenen. Der Krieg fordert seinen Tribut. Die eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Bilder, die ich schon begutachten und teils mit aufhängen durfte, geben ein großes Beispiel, wie wir Zeitzeugen sein können – Zeitzeugen sein müssen! Um Kriegsverbrechen und menschliches Unrecht zu dokumentieren, um Beistand zu geben für jene, die gerade nicht anfangen zu jammern, weil es nur noch 19°C im Wohnzimmer gibt, sondern für jene, die kein Dach mehr über dem Kopf haben, die aus ihrer angestammten Heimat flüchten mussten. In unserem friedlichen Deutschland unvorstellbar. Um so mehr bedürfen wir der Vorstellung und die Ukrainer und Ukrainerinnen unserer Empathie und unserer Unterstützung, wo immer nur möglich.

Gerade in diesen Tagen bombardiert das russische Militär wie so oft zahlreiche Städte der Ukraine. Darunter die ukrainische Hauptstadt Kyiv. In der Konsequenz kommt es derzeit vermehrt zu Engpässen bei der Stromversorgung und der Wasserversorgung.
Vielleicht können wir hier gemeinsam eine Unterstützungsaktion / Spende organisieren. Z. B. in Form von Powerbanks der Größenordnung 10.000 bis 30.000 mAh. Jede noch so kleine Hilfe kann im Einzelfall sinnvoll sein und Herzen erfreuen, bei allem Leid, das die Menschen in der Ukraine derzeit ertragen müssen.

Mit einer Gruppe von ukrainischen Frauen bin ich gerade dabei, für die art Karlsruhe (Streiflichter 2020) eine Teilnahme in den kommenden Jahren zu organisieren bzw. überhaupt eine Repräsentanz ukrainischer Kultur in unserer badischen Fächerstadt Karlsruhe.

Wenn Ihr Ideen oder Eure Energie, sonstige Unterstützung bei dem einen oder anderen Projekt oder einer Spendenaktion beitragen möchtet, dann meldet Euch gerne.

Bitte bleibt in der Region Karlsruhe informiert über die wichtigen Plattformen wie
Ukraine Support Karlsruhe: USKA Facebook-Gruppe / USKA Website
Ukrainer in Karlsruhe: UiK Facebook-Gruppe / UiK Website
und vielen weiteren – von dem einen Netzwerk kommt Ihr schnell zu weiteren.
Wir sehen und schreiben uns. Danke alle, die etwas zur Unterstützung der Ukraine beitragen. Für Freiheit, Frieden und Demokratie in Europa!

Euer Micha!

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