Najoua Benzarti: Brückenbauerin zwischen den Kulturen

In der fortgeschrittenen, freien Welt scheint „Diversity“ heute in aller Munde zu sein. In Karlsruhe gibt es einen Menschen, der diesen Begriff jedoch schon immer lebt. Nicht nur mit dem Munde, sondern mit dem Herzen. Und mit zahlreichen Aktionen.

Najoua Benzarti (im Bild: Zweite von links) hat dieses, gemeinsam mit anderen gefertigte weiße Tuch mit den bunten Wollstoffen immer dabei, wenn es darum geht, Haltung zu zeigen. Wenn die gebürtige Tunesierin ein Lebensmotto hat, dann muss es VIELFALT sein. Denn zu oft hat sie sich dafür eingesetzt, dass Vielfalt gelebt werden kann. In der Konsequenz geht es um den Schutz von Menschenrechten. Najoua betrachtet das „Anderssein“ immer als eine Bereicherung für alle Seiten, die es zu schützen gilt.

Als ich mir überlegte, diesen Artikel zu schreiben, vielen mir so viele Headlines ein. Wie würde ich Najoua Benzarti am besten charakterisieren können? Folgende Kurzfassung könnte es auf den Punkt bringen: Najoua hat selten Zeit, aber immer ein offenes Ohr für die Nöte und die Hilferufe der Menschen. Das war schon 2015 so, als es um die Notlagen der Geflüchteten aus Syrien ging. Das ändert sich nicht in 2022, da es (gefühlt für viele vor allem) um die Notlagen der Ukrainer und Ukrainerinnen geht, deren Heimatland gerade einem fürchterlichen Angriffskrieg Russlands ausgesetzt ist.

In diesem kleinen Beitrag möchte ich die Person Najoua Benzarti mit den Fotos zweier Veranstaltungen in Karlsruhe verbinden, die im März dieses Jahres im Rahmen der Karlsruher Wochen gegen Rassismus stattgefunden haben. Zuvor sei mir noch ein kurzer Schwenk in die unglaublich ausgefüllte und vielfältige Welt der Najoua Benzarti gestattet.

Wer ein Blick in Najoua Benzartis Lebenslauf werfen durfte, versteht, dass es sich hier um einen sehr begabten Menschen mit vielen Talenten und Fähigkeiten handelt. Fast würde ich schon Schwindelfreiheit voraussetzen, um der Verve dieser Frau folgen zu können.

Als Najoua in den 1980er und 1990er Wirtschaftsingenieurwesen, Volkswirtschaftslehre und Soziologie an der Uni Karlsruhe (heute: Karlsruher Institut für Technologie, KIT) studierte, hatte sie bereits zuvor in Tunesien zwei Studienabschlüsse auf technischem und Computergebiet. Die französischen Titel sind für mich zu kompliziert. Aber sie verweisen auf weitere Talente. Denn Najoua Benzarti ist eine staatlich geprüfte Dolmetscherin in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Französisch und Spanisch. Immer wieder hat sie Weiterbildungen in Angriff genommen. Eine Frau mit einer scheinbar niemals endenden inneren Energieversorgung, immer wieder mit Antrieb und Motivation.

Die Stadt und das Bundesland, die sie als ihre neue Heimat wählen würde, konnten sich einfach nur glücklich schätzen. 2008 erhielt Najoua Benzarti den Karlsruher Integrationspreis „Miteinander leben – Vom Fremden zum Freund“ und 2017 die Heimatmedaille Baden-Württemberg. Sie gehört zum Migrationsbeirat der Stadt und ist engagiert bei der Flüchtlingshilfe Karlsruhe. Insbesondere setzte und setzt sich Najoua für die friedliche Kommunikation zwischen Muslim:innen und Christ:innen ein.

Ja, das ist viel Text zu einer Person. Nicht grundlos. Trotzdem ist es noch schöner und besser, Najoua real zu begegnen, um sich von ihrer positiven Antriebskraft inspirieren zu lassen. Ich persönlich fand die erste Begegnung mit Najoua sowohl witzig als auch konstruktiv. Zufälligerweise saßen wir im im selben Zug, als wir als Teil der 15-köpfigen Bürgerdelegation Baden-Württemberg zu den Zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit 2014 (Nachklapp) nach Hannover fuhren.

Doch nun wünsche ich viel Freude beim Anschauen der Impressionen von den beiden Veranstaltungen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2022 in Karlsruhe:

„Trommeln und Statements für Vielfalt, Menschenachtung und Frieden“
im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) sowie

„Friedensklangweg der IWgR in Karlsruhe“

Fotos von den beiden Veranstaltungen:

Trommeln und Statements für Vielfalt, Menschenachtung und Frieden

Friedensklangweg der Internationalen Wochen gegen Rassismus Karlsruhe

Alle Fotos: Michael M. Roth, MicialMedia
(c) 2011 bis 2022

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Offener Brief an das russische Volk

Die russische Übersetzung folgt unten im Anschluss
Russian translation below the German text.

Sabine Adler, Deutschlandfunk, im ARD-Presseclub:
„Die Lösung liegt in der russischen Zivilgesellschaft“

Liebe russische Mitbürger und Mitbürgerinnen,

ich spreche Euch an, insbesondere in Deutschland und in anderen freien Ländern der Welt. Ein möglicher Funke des Protestes innerhalb der russischen Community gegen den Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der diesen gegen das eigene Brudervolk der Ukrainer und Ukrainerinnen seit dem 24.2.22 führt, möge überspringen selbst in das Ursprungsland des russischen Volkes, nämlich Russland.

Russen & Russinnen demonstrieren auf dem Marktplatz in Karlsruhe (24.2.22, 1. Kriegstag)

Ich bin mit zahlreichen Ukrainern und Ukrainerinnen sowohl über die Sozialen Medien als auch im Realen Leben befreundet. Alle von denen zeigen eine klare Protesthaltung gegen den von Putin geführten Krieg. Im eigenen Land verkündet der russische Präsident, dass er in einer „militärischen Sonderaktion“ das ukrainische Volk aus der „Geißelhaft“ der Regierung unter Wolodymyr Selenskyj zu befreien gedenkt. Es ist eine pure Lüge, eine Verdrehung der Tatsachen. Ich kenne keinen Ukrainer, keine Ukrainerin, der oder die sich durch das russische Militär befreit fühlt. Im Gegenteil, es gibt zahlreicher Opfer unter der Zivilbevölkerung und eine enorm große Zahl von ca. 1,4 Millionen Flüchtlingen, die nicht etwa vor der angeblich nationalsozialistischen ukrainischen Regierung nach Russland flüchten würden, sondern vor den russischen Aggressoren in Richtung westliche Freiheit.

Die russische Staatsduma hat von großem Applaus begleitet gestern das neue Mediengesetz für Russland erlassen. Weitere Sender stellen den Betrieb ein, heißt es bei der Tagesschau. Wer in Russland die sogenannte militärische Sonderaktion von Putin in der Ukraine als „Krieg“ bezeichnet, muss mit einer Haftstrafe von bis zu 15 Jahren (!) rechnen. Unter diesen Bedingungen kann man natürlich nicht vom russischen Volk erwarten, dass es auf die Straße geht und gegen den Krieg demonstriert. Aber wir dürfen zumindest darauf hoffen, dass die Menschen in Russland wie in der ganzen Welt verstehen, dass es sich hier um einen verbrecherischen Krieg gegen das Volk der Ukrainer und Ukrainerinnen handelt. Sogar Euch Menschen in Russland wünsche ich den Mut, auf die Straße zu gehen. Nicht nur mit 500 oder 5.000 Mann, besser mit 50.000 oder 500.000. Alle kann Putin nicht inhaftieren, dafür sind die Gefängnisse zu klein.

Ja, in Deutschland wie in anderen freien Ländern ist es viel einfacher, gegen Putin und den von ihm angefachten Krieg zu demonstrieren oder überhaupt zu protestieren. Trotzdem kommt es mir so vor, dass russische Stimmen gegen den Krieg auch in Deutschland eher in der Minderheit sind. Auch bei russischen Facebook-Freunden, die teils recht populär in der Künstlerbranche unterwegs sind, gibt es allenfalls ein Sprechen für den Frieden. Das ist gut und richtig. Aber es erzeugt keinen Widerstand oder Widerspruch in Richtung des russischen Präsidenten.

In Deutschland leben ca. 2 Millionen Russen und Russinnen. Ukrainer: 130.000. Hinzu kommen derzeit ca. 27.500 aus der Ukraine Flüchtende. Obwohl wir in der Gesellschaft eine klare Mehrheit bei den Russen haben, sind sie bei Antikriegsdemonstrationen in Deutschland in der deutlichen Minderheit. Wie kommt das? Im Gegensatz zu Moskau braucht Ihr in Karlsruhe, München oder Berlin keine Angst davor zu haben, von der Staatsmacht festgenommen zu werden, wenn Ihr gegen den Krieg demonstriert.

Da ich früher selbst in der DDR gelebt habe, weiß ich, dass man ein (eher) autokratisches System weniger als unterdrückend oder nachteilig empfindet, wenn man Teil dieser Gesellschaft ist. Solange man sich nicht explizit gegen den Staat auflehnt. Vielleicht geht es einem sogar ganz gut und auch autokratische Systeme mögen ihre Vorteile haben.

Liebe russischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, Russland ist Eure Heimat. Im Allgemeinen liebt man seine Heimat. Man fühlt sich unwohl, wenn andere Nationen oder deren Menschen schlecht über einen reden. Dabei fällt Euch zurecht auf, dass auch westliche Nationen in der Vergangenheit schon Kriege geführt oder Menschenrechtsverletzungen begangen haben. Besonders wir hier in Deutschland haben das schwere Erbe des Hitlerfaschismus. Und heute haben wir rechte Randgruppen, die zum Glück weder in der Politik noch in der Gesellschaft den Ton angeben, auch wenn sie alles daran setzen, den Ton zu beeinflussen.

Bei allen mitunter ambivalenten Gefühlslagen, die ich von mir selbst kenne, sollten wir erkennen, wenn ohne eine objektiv nachvollziehbare Begründung der Angriff auf einen unabhängigen Staat von statten geht. Millionen von Menschen verlieren ihr zu Hause. Unter dem Bombenterror des russischen Militärs sind sie schon fast froh, überhaupt lebend der Kriegsszene zu entfliehen. Dieser Krieg, der Tag für Tag etliche Male Menschenrechte bricht, muss so schnell wie möglich beendet werden.

Die internationale Solidarität für die Ukraine ist unglaublich groß! Beispielsweise finden in Deutschland zahlreiche Demos gegen den Krieg statt und es gibt eine Welle der Unterstützungsaktionen wie finanzielle und Sachspenden sowie die Bereitstellung von Unterkünften unbürokratisch und schnell für die aus der Ukraine Flüchtenden. In Karlsruhe, einer Großstadt im Südwesten Deutschlands, wo ich lebe, da gibt es zahlreiche Initiativen, Netzwerke, Institutionen wie bspw. die Ukrainer in Karlsruhe, die Flüchtlingshilfe, Amnesty International, der Lions Club Karlsruhe-Baden, die Stadt Karlsruhe mit Ukrainehilfe, die Bahnhofsmission Karlsruhe, das United Social Network UNESON mit dem Lernfreunde-Haus und viele andere mehr. Ich selbst habe bereits am 1. Kriegstag das Netzwerk Ukraine Support Karlsruhe gegründet. In der gleichnamigen Facebook-Gruppe sind wir in 10 Tagen von 0 auf 444 Mitglieder angewachsen. Wir verbinden Menschen und Netzwerke und packen selbst beim „Machen vor Ort“ mit an. Sei es bei der Unterstützung von Sammelaktionen oder der Suche nach Unterkünften, dem Abholen von Flüchtenden vom Bahnhof. Triviale Dinge, bei denen derzeit aber viele helfende Hände gebraucht werden.

In diesen Tagen ist es wichtig zu verstehen, was wirklich in der Welt passiert. Putins Narrativ der „militärischen Sonderaktion“ basiert auf einem Lügengebäude. Wenn uns das einmal klar geworden ist, sollten wir uns positionieren gegen diesen Krieg. Und zumindest dort, wo möglich, Putin als den Aggressor benennen. In diesem Krieg werden nicht „nur“ ukrainische Menschen sterben, sondern auch russische. Aktuell spricht man schon von Zahlen in einer Höhe über 10.000 Gefallenen auf der russischen Seite. Was werden die Familienangehörigen zu Hause in Russland sagen? Werden sie denken, dass Opfer gut sind, wenn es gegen eine angeblich nationalsozialistische Ukraine geht? Aber was ist, wenn die Ukraine nun doch ein freies Land ist? Dann wäre die Tötung russischer Menschen doppelt so schlimm. Weil sie auf der Lüge des russischen Präsidenten basieren.

Im Artikel der taz gibt es einer gute Analyse über das – bereits teilweise geschehene und weiterhin zu erwartende – Schwinden der Wirtschaftskraft des Krieg führenden Landes: Finanzielle Folgen des Ukraine-Krieges – Russland wird verlieren. Wie lange möchte das russische Volk dabei zuschauen?

Ich würde mich freuen, bei den kommenden Demos nicht nur ukrainische Flaggen zu sehen, sondern auch russisch-ukrainische. So wie hier bei meinem Foto. Auch in den Sozialen Medien wäre es toll, wenn Russen und Russinnen sich zur Menschlichkeit bekennten und eine deutliche Verurteilung Putins Angriffskrieges gegen die Ukraine artikulieren.

Es geht nicht darum, Kränkungen aus der Vergangenheit auszugleichen. Es geht darum, dass wir alles tun, was in unserer Macht steht, um Menschlichkeit auf unserem einzigartigen Planeten zu wahren. Lasst uns in diesem Sinne gemeinsam wirken für den Frieden und die Freiheit der einzelnen Menschen so wie von Staaten, deren Grenzen wir zu respektieren haben.

Im Namen der Menschheit und der Menschlichkeit: Vielen Dank für Eure Unterstützung!
Michael M. Roth

Foto: Michael M. Roth, MicialMedia


Сабина Адлер, Немецкое Радио, ARD:
«Исход – в руках самих русских»

Уважаемые российские сограждане!
Я обращаюсь к вам, особенно к тем, что живет в Германии и других свободных странах мира. Искра протеста возникшая здесь в Германии в русском обществе против войны президента России Владимира Путина, который ведет ее против своих соотечественников с 24 февраля 2022 года, может распространиться даже на всю Россию.
Я дружу со многими украинцами как в социальных сетях, так и в реальной жизни.

Все они выражают явный протест против войны, которую ведет Путин. В своей стране президент России объявляет, что намерен провести «специальную военную операцию» по освобождению украинского народа из «заложников» правительства Владимира Зеленского. Это откровенная ложь и искажение фактов. Я не знаю ни одного украинца, который чувствует себя освобожденным российской армией. Наоборот, есть многочисленные жертвы среди мирного населения и огромное количество, около 1,4 млн беженцев, которые бегут не от «украинских нацистов» в Россию, а наоборот, от российских агрессоров в сторону западной свободы.
Вчера Госдума России приняла новый закон о СМИ, вызвав бурные аплодисменты. По данным официальных медия в Германии, многие соцмедия в России больше не работают. Любому в России, кто назовет так называемую «специальную военную операцию» Путина на Украине «войной», грозит тюремный срок до 15 лет (!). В этих условиях, конечно, нельзя ожидать от русского народа выход на улицы и демонстраций против войны. Но мы можем хотя бы надеяться, что народ России, как и весь остальной мир, поймет, что это преступная война против украинского народа. Я желаю вам, гражданам России, мужества выйти на улицы. Не просто 500 или 5 тыс человек, а 50 тыс или даже 500 тыс. Путин не сможет арестовать всех, тюрьмы слишком малы для этого.
Да, в Германии, как и в других свободных странах, гораздо проще проводить демонстрации или вообще протестовать против Путина и развязанной им войны. Тем не менее мне кажется, что и в Германии русские голоса против войны в меньшинстве. Даже среди русских друзей в Facebook, некоторые из которых довольно популярны, в лучшем случае очень редко кто-то высказывается за мир. Хотя это хорошо и правильно, но это не вызывает реального сопротивления или протестов против президента России.
В Германии проживает около 2 млн россиян, в то время как украинцев порядка 130 тыс. Кроме того, в настоящее время уже более 27 тыс беженцев из Украины. Хотя среди славян в Германии, русских явное большинство, на антивоенных демонстрациях они в явном меньшинстве. Это странно, так как отличие от Москвы, в Карлсруэ, Мюнхене или Берлине вам не нужно бояться быть арестованными властями, если вы протестуете против войны.
Поскольку я сам жил в ГДР, я знаю, что когда вы являетесь частью такого общества, вы находите жесткую систему не такой уж и неправильной. Пока вы сами явно не выступаете против системы. У вас может быть даже представления от том, что всё в порядке, и что тоталитарная система может иметь свои преимущества.
Уважаемые россияне, Россия – ваша родина. Конечно, свою Родину любят. Вы чувствуете себя некомфортно, когда другие народы плохо отзываются о вас. Вы правильно утверждаете, что западные страны также вели войны или нарушали права человека в прошлом. Мы в Германии, особенно понимаем это, так как имеем тяжелое наследие гитлеровского фашизма. И даже сегодня у нас есть те кто всё ещё поддерживают эти ужасные идеи, но к счастью, они в таком мизерном меньшинстве, что не играют абсолютно никакой роли ни в политике, ни в обществе, хотя и делают все возможное, чтобы повлиять на это.
Да мы все люди и зачастую подвергаемся разным эмоциям, что я сам прекрасно знаю по себе, но при этом мы должны чётко распознавать, когда нападение на независимое государство осуществляется без объективного и понятного обоснования. Миллионы людей теряют свои дома. Под бомбами российских военных люди уже рады тому, что они вообще могут покинуть поле боя живыми. Эта война, которая ежедневно нарушает права человека, должна быть прекращена немедленно!
Международная солидарность для Украины невероятно велика! Например, в Германии проходят многочисленные демонстрации против войны и идет не прекращаемая волна акций поддержки, таких как финансовые пожертвования, сбор гуманитарной помощи, быстрое и бесплатное предоставление жилья беженцам из Украины. В Карлсруэ, большом городе на юго-западе Германии, где я живу, уже образованы многочисленные инициативы, соцгруппы, учреждения, такие как «Ukrainer in Karlsruhe», «Die Flüchtlingshilfe», «Amnesty International», «Der Lions Club Karlsruhe-Baden», «Die Stadt Karlsruhe mit Ukrainehilfe», «Die Bahnhofsmission Karlsruhe», «Das United Social Network UNESON» и многие другие. Я сам основал сеть „Ukraine Support Karlsruhe“ в первый день войны. В одноименной группе в Facebook мы выросли с 0 до 444 участников за 10 дней. Мы объедениям людей и сами помогаем, когда дело доходит до конкретных действий. Речь идет о финансовой или гуманитарной помощи, поиске жилья или приёме беженцев на ЖД вокзалах и т.д. Тривиальные вещи, но в настоящее время требуется много рабочих рук для оказания такой помощи.
В наши дни действительно важно понимать, что на самом деле происходит в мире. Путинская история о «военной спецоперации» основана на лжи. Как только мы это осознаем, мы должны выступить против этой войны. И хотя бы там, где это возможно, мы обязаны называть Путина агрессором. Ведь в этой войне гибнут не только украинцы, но и русские. В настоящее время речь идет о более чем 10 000 жертв с российской стороны. Что скажут близкие погибших в России? Будут ли они считать, что эти жертвы — это хорошо, ведь речь идет о «нацистской Украине»? Но что будет когда все поймут, что в Украине не было нацистов, а это была просто свободная страна? Тогда смерть русских людей будет выглядеть вдвое страшнее. Потому что будет понятно, что они погибли из-за лжи президента России.
В следующей статье содержится хороший анализ снижения экономической мощи затеявшей войну страны, а именно, что уже реализовано, и что еще ожидается: «Финансовые последствия войны на Украине – Россия проиграет». Как долго россияне хотят это терпеть?
Буду рад видеть на предстоящих демонстрациях не только украинские флаги, но и российско-украинские. Как это показано на моих фото. Также было бы очень здорово, если бы россияне в социальных сетях взяли на себя обязательства по отношению к человечеству и четко сформулировали осуждение путинской агрессии и войны против Украины.
Дело не в том, чтобы компенсировать прошлые обиды. Речь идет о том, чтобы сделать все, что в наших силах, чтобы защитить человечество на нашей уникальной планете. В этом смысле давайте работать вместе во имя мира и свободы как отдельных людей, так и государств, границы которых мы должны уважать.
Во имя человечества и гуманности: Спасибо за вашу поддержку!
Michael M. Roth

Translation German to Russian by Roman Kulagin. Thanks a lot!

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Putin und die Ukraine: Hochmut kommt vor dem Fall

Aktueller Hinweis:
Am Dienstag, 1.3.22, 19:00 Uhr, findet das erste Onlinemeeting der Initiative
Ukraine Support Karlsruhe statt. Infos auf Facebook:
https://www.facebook.com/events/379633503551579
Oder direkter Link zu meinem Zoom-Raum:
https://us02web.zoom.us/j/7228669983

„Hände weg von der Ukraine“ – so lautete eine der vielen Forderungen während einer zumindest für Karlsruher Verhältnisse großen Demonstrationsveranstaltung am 26.2.2022. Circa 850 Teilnehmer und Teilnehmerinnen sollen auf dem Schlossplatz Karlsruhe nahe des Karl-Friedrich-Denkmals zugegen gewesen sein. Der Deutsch-Ukrainische Verein (Ukrainer in Karlsruhe) hatte diese organisiert.

Was war passiert? Vier Tage zuvor, am 22.2.22, hatte der Präsident Russlands, Wladimir Putin, der sich mit diesem Datum wohl auch historisch Geltung verschaffen wollte, die beiden Verwaltungsgebiete der Ostukraine, Donezk und Luhansk, als unabhängige Republiken („DNR“ und „LNR“) anerkannt. Zur Erinnerung: Beide „Oblaste“ (Bezirke) befinden sich auf dem Territorium der Ukraine. Nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch (Putin damals schon heuchlerisch: „Das sind nicht unsere Truppen“) der russischen Armee auf die ukrainische Halbinsel Krim hatten prorussische Separatisten schon ihre neuen Republiken ausgerufen. Dieser östliche Teil der Ukraine war militärisch besetzt und entzog sich der Kiewer Verwaltung. Von 2014 bis 2022 also ein sowohl politisch als auch militärisch umkämpftes Gebiet.

Die abermals völkerrechtswidrige Anerkennung Putins dieser Teile der Ostukraine als eigenständige Republiken war ein weiterer Schock für die Welt. Die Russen hatten in den Tagen zuvor bereits umfangreiche Militärmanöver an den Grenzen Russland/Ukraine und Belarus (ja, der belarusische Diktator Lukaschenko ist beteiligt!) / Ukraine abgehalten. Mit einem riesengroßen Aufgebot von ca. 150.000 Mann. In Deutschland betonten noch die Linken, man solle Putin doch keine Kriegspläne unterstellen, schließlich würde die NATO für Russland auch eine Bedrohung darstellen. Einzig die USA waren dieses Mal, wie sich später herausstellen sollte, ziemlich präzise in ihrer Vorhersage, dass Russland die Ukraine überfallen wird. So richtig ernst nahm das keiner. Ein bisschen besorgt waren wir alle. Doch es würde ja schon nicht so schlimm kommen.

Sogar nach der Anerkennung Putins von DNR und LNR im Osten der Ukraine, nahm man den Überfall auf das gesamte Gebiet der Ukraine eher als worst worst worst Szenario an. Und doch trat dieses eklatante, nahezu außerhalb des gesunden Menschenverstandes liegende Szenario nur zwei Tage später ein. Von dort aus, wo eben noch die Militärübungen gemacht wurden, Russland, Krim, Belarus, begangen nun Raketenangriffe, und Panzer überschritten einmal mehr völkerrechtswidrig die Grenze zur Ukraine. Es war ein feindlicher, aggressiver und verbrecherischer Überfall, so wie Hitler 1939 Polen überfallen hat. Putin nutzte sogar eine frappierend ähnliche bzw. gespiegelte Rhetorik: In der ukrainischen Regierung würden Nazis sitzen, die das ukrainische Volk als Geisel nähmen. Was für ein schauerliches Märchen, wenn man bedenkt, dass der tapfere ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj selbst jüdischer Abstammung ist.

Zwei Tage nach Kriegsbeginn, am Samstag, 24.2.22, gab es in der deutschen Politik quasi eine 180-Grad-Wende. Die Bundesregierung beschloss die direkte Entsendung von Waffen in die Ukraine sowie die Freigabe aller europäischen Waffen deutscher Produktion zur Weitergabe an die Ukraine (u.a. aus den Niederlande und aus alten DDR-Beständen: Estland), was am folgenden Sonntag durch das deutsche Parlament, den Bundestag, bestätigt wurde.

Fünf Kriegstage sind nun vorbei. Nach des anfänglichen scheinbaren Schockzustandes der Welt gibt es jetzt eine immer gravierendere Isolation Russlands. Sogar die Putins Oligarchen appellieren an den Präsidenten, das Töten gegenüber dem Brudervolk sofort zu beenden. Daneben haben sich ca. 380 Wissenschaftler:innen, darunter 65 von der Akademie der Wissenschaften von Russland gegen den Krieg gestellt. Der Krieg hat so viele verschiedene Facetten. Auf der einen Seite erzeugt er unsagbares Leid in der ukrainischen Bevölkerung. Aktuell ist von bis zu 400.000 Flüchtenden aus der Ukraine die Rede. Andererseits befördert der Invasionskrieg der russischen Armee unter Befehl von Wladimir Putin den Zusammenhalt in der EU und das Zusammenwachsen der internationalen Gemeinschaft. Die EU liefert Waffen an die Ukraine im Wert von 450 Millionen EUR. Dabei darf man nicht außer Acht lassen, dass die Ukraine bis dato ein freiheitliches Land war, wenngleich nicht frei von Korruption. Putins Krieg ist nicht hinnehmbar. Die Unterstützung der Ukraine ist folgerichtig und stringent. Слава Україні!

Die folgenden Fotos habe ich bei der Demonstration am 26.2.22 auf dem Schlossplatz Karlsruhe gemacht.

Alle Fotos: Michael M. Roth, MicialMedia

Im Kontext:
BNN-Artikel: 850 Menschen bei Kundgebung für die Ukraine am Karlsruher Schloss

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Die U-Strab als Herzstück der Kombilösung Karlsruhe

Letztmalig überirdisch: Trams, Kaiserstraße Karlsruhe. U-Signs wie „in zUkunft als U-Bahn“ (12.12.21)

Rund zehn Jahre nach Baubeginn wurde am 11.12.21 die Karlsruher U-Bahn, auch U-Strab genannt, eröffnet. Im Bereich der City von Karlsruhe würden die Stadtbahnen von nun an unterirdisch verkehren. Bereits 2002 hatten sich die Karlsruher Bürger und Bürgerinnen in Form einer Umfrage mit 55,55% mehrheitlich für den Bau ausgesprochen.

In der Kaiserstraße mussten die Anlieger, Privatleute als auch Unternehmen in den vergangenen Jahren offene Baustellen mit räumlichen Einschränkungen und Baulärm hinnehmen. Darunter litten gerade Shopping-Locations, was sich in Umsatzeinbußen (oder Schlimmeren) bemerkbar machte. Gleichzeitig legte sich der Karlsruher, die Karlsruherin, ein dickes Fell zu in hoffnungsfroher Erwartung einer smarteren Zukunft. Nun soll sich die Karlsruher Innenstadt zu einer attraktiven Einkaufs- und Flaniermeile zwischen Kronenplatz und Europaplatz entwickeln. Nicht nur die oben im Bild teils traditionellen, oberirdisch fahrenden Trams, sondern auch die Gleise, die sie zur Fortbewegung nutzten, werden demnächst Geschichte sein. Jetzt dürfen wir auf die weitere Stadtentwicklung gespannt sein.

Die nun im zentralen Stadtbereich unterirdisch verlaufenden Stadtbahnen sind Teil der sogenannten Kombilösung. Auf der Website können wir nachlesen:

Von Ende 2021 an ein Stadtbahntunnel unter der Kaiserstraße.
Und in Richtung Süden vom Marktplatz bis zur Augartenstraße
– mit modernen, komfortablen und sicheren U-Haltestellen.
In der Kriegsstraße ab Ende 2021 eine Straßenbahntrasse
zwischen Radwegen und Baumalleen.
Unten ein durchgängiger Autotunnel vom Karlstor bis zum
Mendelssohnplatz. Mit Ein- und Ausfahrten für den City-
und Anliegerverkehr im Bereich Karlstor und Ettlinger Tor.
Zwei Umbaumaßnahmen, die untrennbar zusammengehören und
sich gegenseitig perfekt ergänzen. Das ist die Kombilösung.

Quelle: https://www.diekombiloesung.de/kombiloesung/projekt.html

Um die Dynamik der Straßenbahnen im neuen Mantel der U-Strab, Haltestelle Europaplatz Karlsruhe, einzufangen, habe ich mich des Stilmittels der Bewegungsunschärfe bedient. Ideal dafür ist die Nutzung eines Stativs. So lässt sich das Ambiente, in dem sich die Trams bewegen, auch bei längeren Belichtungszeiten um 0,5 s verwackelungsfrei einfrieren. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Durchstöbern meiner Aufnahmen!

Fotos: Michael M. Roth, MicialMedia

Im Kontext:
Offizielle Eröffnung: Viele Karlsruher wollen die neue U-Bahn sehen (SWR, 11.12.21)

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Jahresrückblick 2021 – Year in Review – 80 Fotos

Was war das für ein Jahr?! Mit unglaublich vielen Hindernissen und gleichzeitig so vielen Innovationen, Änderungen, im globalen Leben, auch in meinem persönlichen. Es ist die Kunst des Lebens: Sich treu bleiben und immer wieder sich selbst neu erfinden. Ein Profil haben und doch auf der Höhe der Zeit bleiben.

Parsa Marvi schaffte es, als Vorsitzender der SPD Karlsruhe erstmals in den Deutschen Bundestag zu ziehen. Ob er sich im obigen Foto seiner Sache schon sicher war? Annalena Baerbock, die ich bei ihren Wahlkampfauftritten in Stuttgart und in Karlsruhe – natürlich nur im Bild – festhielt, schaffte es zur Außenministerin. Olaf Scholz, bei seiner Selbstvorstellung in der Badenmetropole fotografiert, ist inzwischen der neue Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Da 2021 einige Veranstaltungen ins virale Wasser gefallen sind, habe ich versucht, mich neben den am Ende doch zahlreichen fotografischen Begegnungen parallel anderweitig zu beschäftigen und zu trainieren. An einem Tag schaffte ich es sogar zum Triathlon; mit verkürzten Distanzen: 40 km Radfahren, 10 km Joggen, 1.000 m Schwimmen (am 23.6.21). Da ich mich neben der sportlichen Betätigung auch eklatant gesünder ernährte, konnte ich mein Gewicht innerhalb eines guten halben Jahres um 15 kg reduzieren, was mich zu einem vorteilhaften mittleren BMI (Body Mass Index) bei reduziertem Körperfettgehalt brachte. Ein Mindestmaß an Fitness ist für einen Eventfotografen wie mich, der ständig „auf Achse“ ist, unentbehrlich. Ganz zu schweigen von dem schweren Kameraequipment. Und da mir gelegentlich langweilig wurde (nein, Spaß!), schrieb ich mich im Herbst 2021 am KIT, Karlsruhe Institut für Technologie, im Fach Philosophie als Gasthörer ein. Dies in Ergänzung zu meiner eigenen, in 2018 gestarteten Philosophie der Ethischen Intelligenz. Daneben beschäftige ich mich mit Sprachen und lerne/wiederhole aktuell mittels Duolingo Arabisch, Chinesisch, Latein, Französisch, Russisch und Englisch. Schließlich führte ich einen österreichischen Schüler der 5. Klasse nach 5 mal 90 min. Fernunterricht (via Zoom) von der Note 5 beim vorletzten Test zu einer 2+ beim letzten Test. Mutter, Kind und Nachhilfelehrer: Glücklich! Das machte mich zum Jahresende 2021 auch die Begegnung mit einem besonderen Menschen, worüber bei anderer Gelegenheit mehr zu erzählen sein wird.

Nun aber erfreut Euch 80 wunderbarer Impressionen. Die Fotografie ist immer wieder eine Tätigkeit, der ich mit Herzensliebe nachgehe. Man spricht von Beruf und Berufung. Bei mir ist beides zutreffend. Ich bin sehr darauf gespannt, was das kommende Jahr bringen wird, und wünsche Euch einen tollen Start und die Erfüllung Eurer Träume in 2022! Herzlich, Euer Micha, Inhaber MicialMedia.

Während wir Ende 2021 mit teils 16°C im Oberrheingraben frühlingshafte Temperaturen haben, gab es am 3.1.21 in der Waldstadt zu Karlsruhe (leicht) winterliche Eindrücke; damit beginnt die Fotoserie.

Michael Dorwarth vor dem Schloss Karlsruhe

Meine beste Freundin Magdalena Grecu (auch Fotografin), im Schloss-Areal

Hallo Straßenbahn. Lange nicht gesehen. Noch oberirdisch durch die Kaiserstraße (KA)

Karlsruher Eventrecht-Tage by Kanzlei Timo Schutt / Thomas Waetke (Karlsruhe)

Inspired by Claude Monet: Mohnblumen, eine hübsche Frau (Dorra) und ein Regenschirm

Marie – hier mal in Durlach!

African Summer Festival Karlsruhe mit der Nubian Family und viiielen anderen mehr

Stammtisch des ADFC Karlsruhe (Fahrradclub)

Kirchenkonzert, Benefiz für die Hochwasseropfer (Ahrtal) by Bettina Davidenkoff
– zu finden u.a. bei klimaschutzgemeinsamwagen.de

Eine der Chorsängerinnen im Portrait: Jasmin Reimer

Die Nubian Family mit einer schönen Musikveranstaltung beim Cola-Taxi-OK

Im Portrait: Maren; Areal Rheinbrücke Maxau (Karlsruhe)

Der damals zukünftige Bundeskanzler Olaf Scholz beim Wahlkampfauftritt in Karlsruhe

Dieter Balle & Anna Zimmermann lesen Friedrich Hölderlin @ Neue Fledermaus
(Location by Ondine Dietz, Karlsruhe)

Die damals zukünftige Außenministerin Annalena Baerbock präsentiert sich in Stuttgart
Freund und Kunde Uli Winchenbach (MFG) als interessierter Besucher

KreativTREFF meets ArtsUp in Stuttgart by MFG Kreativ
u.a. mit DUNDU und New York City Dance School Stuttgart

Selfie mit der aus Ungarn stammenden Künstlerin Boglárka Balassa beim
Independent Days Filmfest #IDIF21 in der Schauburg zu Karlsruhe

Nochmal Annalena Baerbock; dieses Mal in Karlsruhe. Mit dabei: Zoe Mayer, die in den Bundestag eingezogen ist, sowie der MP von BaWü, Winfried Kretschmann

Global Climate Strike, 24.9.21, Karlsruhe, Fridays for Future Karlsruhe u.v.a.m.

Najoua Benzarti & Ibrahim Aslandur (Moderation) @ Islamforum in Ettlingen
by DMK (Deutschsprachiger Muslimkreis Karlsruhe)

Eröffnung / Vernissage: DCS Contemporary Art Gallery, Dana Corina Schmidt, Karlsruhe

Gruppenleiter-Tagung DBW, Diabetiker Baden-Württemberg, Novotel Karlsruhe
Mit unglaublich engagierten Frauen wie Elke Brückel und Helene Klein!

Ausstellung / Vernissage Selective Perception in Stuttgart, Schwerpunkt-Galerie
mit HaiLin Wang (u.a. Karusselle)

Bundesliga Damenfußball: Karlsruher SC Frauen vs. FC Carl Zeiss Jena Frauen (30.10.21)
Hier die Mannschaft des FCC, die das Spiel mit 3:1 für sich entscheiden konnte.

Das Bundesverfassungsgericht Karlsruhe empfing eine Delegation des Verfassungsgerichtes Litauen. Kleiner, überraschender Auftrag, über den ich mich sehr freute. (Bilder mit Personen durfte ich leider nicht veröffentlichen)

Buchpräsentation „Karlsruhe als Filmkulisse“
in der Schauburg, Oliver Langewitz & Nadine Knobloch
Verleger Jeff S. Klotz

Last, but not least, die neue Straba (Tram), auch liebevoll U-Strab genannt, in Karlsruhe.
Für weitere Details zum Thema siehe: Die Kombilösung.

Alle Fotos: (c) Michael M. Roth, MicialMedia

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Buchpräsentation in der Schauburg: Karlsruhe als Filmkulisse

Glücklich hält der Leiter des Kulturbüros Karlsruhe, Claus Temps, der an diesem Abend auch ein Grußwort der badischen Metropolstadt entrichtete, eins der 500 heiß begehrten Exemplare der ersten Auflage von Karlsruhe als Filmkulisse in der Hand.

Zwar wurden bspw. einige Filmszenen des in Deutschland populären Sonntagabendkrimis „Tatort“ in Karlsruhe bzw. der Region gedreht [siehe dazu auch den Eintrag des Karlsruher Stadtwikis Tatort (Serie)], doch wenn wir an die internationale Filmbühne denken, dann fallen uns eher Städte wie New York City, Los Angeles (Hollywood!), Paris oder Palermo ein. Gleichwohl ließ sich das Autoren-Team, bestehend aus Oliver Langewitz und Nadine Knobloch, weder zu sehr beeindrucken noch davon abhalten, in eigener mühsamer Recherche Gegenwart und Historie von Karlsruhe als Filmstadt in Form eines imposant gestalteten Buches umzusetzen.

Just vor zwei Tagen, am 5.12.21, fand die Buchpräsentation im beliebten Karlsruher Filmtheater Schauburg statt. Oliver Langewitz und Nadine Knobloch präsentierten Geschichten aus der Filmgeschichte im Südwesten der Republik, einschließlich ehemaliger Stunt-Koryphäen wie Marko König, der im schicken schwarzen Anzug am Abend zu glänzen wusste. Ein Bild mit seiner werten Gattin Liliana ist weiter unten samt Aufsteller zur Buchpräsentation zu sehen.

Wer hätte gedacht, dass in der Kaiserstraße von Karlsruhe, wo in diesen Tagen letztmalig oberirdisch die Straßenbahnen fahren, ehe sie am kommenden Samstag, 11.12.21, endgültig von den Bahnen der U-Strab im Zentrum abgelöst werden, einst wilde, filmisch inszenierte Verfolgungsfahrten stattfanden so wie in der Komödie „Allein unter Frauen“ aus 1992 mit Thomas Heinze. Als in Thüringen Geborener und somit spätestens seit der friedlichen Revolution von 1989 die Freiheit besonders liebender und wertschätzender Mensch gefiel mir der in der Schauburg gezeigte Filmausschnitt von „Nackt unter Leder“ mit der hinreißenden Marianne Faithfull am besten. Über Karlsruhe ist sie in der Rolle der Rebecca qua Motorrad und via Kaiserstraße auf dem Weg zur ihrem Liebhaber nach Heidelberg; was für eine metaphorische Ode an die Freiheit, zumal filmisch-szenisch grandios umgesetzt!

Ohne zu übertreiben, kann man wohl sagen, dass Nadine und Oliver, die beide selbst in der Filmbranche aktiv sind, als Schauspielerin und Produzent, mit diesem Buch ein richtiger Coup gelungen ist. Zwischen ihnen und dem Verleger Jeff S. Klotz fand eine fruchtbare Zusammenarbeit statt. Heute, nur zwei Tage nach dem Verkaufsstart, berichteten sie bereits vom Ausverkauf der 1. Auflage und ermutigten Anfrager:innen, im Karlsruher Buchhandel nach noch verbliebenen Einzelexemplaren zu fragen. Auf Nachfrage bestätigte der Autor und Gründer des Filmboard Karlsruhe, Oliver Langewitz, dass voraussichtlich mit Jahresbeginn 2022 weitere Bücher mit dem Titel „Karlsruhe als Filmkulisse“ in den Druck gehen werden. Da bleibt nur zu wünschen: Weiterhin viel Erfolg sowie allen Interessenten viel Spaß bei der Lektüre!

Es folgen fotografische Impressionen vom Abend der Buchpräsentation in der Schauburg Karlsruhe.

Alle Fotos: Michael M. Roth, MicialMedia

Referenzen im Kontext:
Buch „Karlsruhe als Filmkulisse“ erscheint am 5. Dezember 2021 (Wochenblatt-Reporter)

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Dasha, you will be the next Picasso!

German version below the English text. Photos after the text. | Weitere Fotos am Ende!

English version:

The internationally renowned photographer and painter Dasha Eremeeva, who originally comes from Belarus and currently works in Poland, is just presenting her remarkable artworks at DCS Contemporary Art Gallery (Dana Corina Schmidt) in Karlsruhe, Germany.

As the first woman in history, Dasha received the price of the Federation of European Professional Photographers and such became the best photographer in Europe 2020!

I was happy to capture her and some of her artworks at the exhibition in Karlsruhe, which was reduced of attendees under 2G+ rules.

During the spontaneous Interview with Dasha (the audio quality is moderate, as I just used my mobile phone for the recording) she revealed the following to me:

>> My father inspired me, to create something unique, and always told me:
„Dasha, you will be the next Picasso [referring to Pablo Picasso, the Spanish painter, graphic artist and sculptor, 1881-1973], I believe, I believe. You need to just put a little hard work into it and everything will be fine“. <<


Find the complete interview on Soundcloud:

Michael M. Roth · Talk w/ Dasha on her artworks; Karlsruhe Nov. 2021

Deutsche Version:

Die international anerkannte Fotografin und Malerin Dasha Eremeeva, die ursprünglich aus Belarus stammt und derzeit in Polen arbeitet, präsentiert gegenwärtig ihre Kunstwerke in der DCS Contemporary Art Gallery (Dana Corina Schmidt) in Karlsruhe, Deutschland.

Als erste Frau in der Geschichte hat Dasha den Preis der Föderation der Europäischen Fotografen gewonnen und wurde so die beste Fotografin Europas 2020.

Ich war froh, sie und ihre Kunstwerke bei der Ausstellung in Karlsruhe, die unter 2G+-Bedingungen stattfand, mit meiner Fotografie festhalten zu können.

Während des spontanen Audio-Interviews mit Dasha (ich bitte die schwache Qualität zu entschuldigen) verriet mir Dash folgendes:

>> Mein Vater inspirierte mich, etwas Einzigartiges zu erschaffen, und er sagte immer:
„Dasha, Du wirst der nächste Picasso werden [sich beziehend auf Pablo Picasso, dem spanischen Maler, Grafiker und Bildhauer, 1881-1973]. Ich glaube daran. Ich glaube daran. Du musst nur etwas harte Arbeit investieren, und alles wird gut!“ <<

(Link zum Interview auf Soundcloud: siehe oben)

Finally more photos of Dasha & her artworks / Schließlich weitere Fotos der Ausstellung:

All photos of the scene of the exhibition by Michael M. Roth, MicialMedia

For more resources about Dasha and her artworks see:
Dasha Foto Art on Instagram
About the FEP Award Best European Photographer 2020
You may get in touch with Dasha Art on LinkedIn




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DCS Contemporary Art Gallery: Kunst inspiriert Begegnungen

Wenn die anspruchsvoll klingende Bezeichnung „Frau von Welt“ für jemanden zutreffend ist, dann gewiss für Dana Corina Schmidt. Der aus Rumänien stammenden, in Karlsruhe lebenden und praktizierenden Zahnärztin ist es gelungen, internationale zeitgenössische Kunst an einem, zudem prominenten, innerstädtischen Fleck in der badischen Metropole zu vereinen. Unweit des Europaplatzes, in der Karlstraße 43 zu Karlsruhe, eröffnete die Kunstliebhaberin Anfang Oktober 2021 eine Galerie mit einer Ausstellung, die den sinnstiftenden Namen trägt „Embracing Dialogues“.

Verheißungsvoll und wertschätzend liest es sich im zur Ausstellung begleitenden Booklet:

„Our gallery brings together all streams of art flowing into the Sea of Mankind’s culture, seeking the Universal quintessence of Humanity under the guise of so many artists‘ creations.“

Tatsächlich gibt es eine Vielzahl von Künstlern und Künstlerinnen, die ihre Kunstwerke, Malereien und Fotografien präsentieren. Sie stammen aus Ländern wie Kuba, Belarus, Indien, Frankreich, Irak, Rumänien, Australien, Kurdistan und Deutschland.

Am Nachmittag des 2. Oktobers 2021, als die Ausstellung eröffnet wurde, kehrte ich von einem Fotoauftrag in Ettlingen zurück nach Karlsruhe und stolperte quasi zufällig – inspiriert durch unsere gemeinsame Freundin Najoua Benzarti – in diese wunderschöne künstlerische Präsentation. Natürlich war ich angenehm überrascht, angetan und inspiriert von diesem Ambiente. Im Ergebnis darf ich nun 66 szenisch-authentische Impressionen, Fotos von Menschen, Künstlerinnen und Künstlern, Besuchern und Besucherinnen präsentieren. Viel Spaß beim Review und somit meinem kleinen Nachklapp des bemerkenswerten Events, dieser einmaligen Vernissage zur Kunstausstellung!



Fotos von der Veranstaltung: Michael M. Roth, MicialMedia

Ausstellende Künstler und Künstlerinnen:

Anca Sonia
Nestor Arenas
Henry Bermudez
Alfredo Caballero
Eduoard Duval Carrie
Tina Chirita
Dasha Eremeeva
Ivonne Ferrer
Sergio Garcia
Silvio Gayton
Florencio Gelabert
Stefan Ghitan
Isabel Gomez Liebre
Francisco Gordillo
Davis Lisboa
Leonel Matheu
Anmol Mathur
Ali Miranda
Murtaza Al Jassani
Nelus Oana
Ciro Quintana
Cosme Rada
Paul Siera
Radu Serban
Jose Tonito
Stefan Beiu


Inhaberin: Dr. Dana Corina Schmidt / Curatorial Advisor: Jorge Luis Gutierrez

Kontakt zur Galerie / Website: https://dcscontemporary.com

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Philosophisches Geburtstagsquiz für Kinofans

An meinem heutigen Geburtstag, 15.9.21, möchte ich ein kleines Quiz starten, in dem es um Fragen der von mir erstmals in 2018 erwähnten und begründeten Philosophie der Ethischen Intelligenz geht. Zur Teilnahme berechtigt sind Misos, Menschlich-intelligente Soziogenten (männlich/weiblich/divers) im Alter von 18 bis 108 Jahren. Der Gewinner oder die Gewinnerin darf mich begleiten zur Eröffnungsveranstaltung, OPENING SHORTS (Mittwoch, 22.9.21, 16:45 Uhr) oder Abschlussveranstaltung, AWARD GALA (Samstag, 25.9.21, 19:00 Uhr), der Independent Days | Internationale Filmfestspiele Karlsruhe #IDIF21 in der hiesigen Schauburg. Das vollständige Programm der Independent Days (22.-26.9.21) finden Interessierte auf der Website:
www.independentdays-filmfest.com.

Das Quiz ist offen bis Mittwoch, 22.9.21, 12:00 Uhr. Die Gewinneinlösung erfolgt in Abhängigkeit der Verfügbarkeit. Es gibt keinen Rechtsanspruch.

DJ Maria Baumann | Michas Geburtstagsparty @ Neue Fledermaus | Foto: Magdalena Grecu | 15.9.18

Quizfragen zur Philosophie der Ethischen Intelligenz
Multiple Choice. Nur eine von drei zur Auswahl stehenden Antworten ist möglich.
DEINE Antwort bitte als Kommentar zum Artikel abgeben laut Muster:
1a, 2c, 3b … 10a
Falls DU gewonnen hast, erfährst Du es am 22.9.21 in diesem Artikel als UPDATE.
Bei Fragen melde Dich hier, sprich mich sozial-medial an oder schreib mir eine Email an info at michael minus roth dot de.

1. Wann fiel der Startschuss zur Philosophie der Ethischen Intelligenz?
a) 2016
b) 2018
c) 2020

2. Was ist Ethische Intelligenz?
a) Wenn jemand Vegetarier ist
b) Eine Moralvorstellung
c) Eine Philosophie, ein Paradigma (Denkweise) und in der 3. Interpretation z. B. eine konkrete Person („Ich bin eine Ethische Intelligenz“) bzw. eine Spezies

3. Welcher Begriff spielt bei der Ethischen Intelligenz eine zentrale Rolle?
a) Soziogenten
b) Sozialisten
c) Agenten

4. Welche Etymologie (sprachliche Entstehungsgeschichte) haben die Soziogenten?
a) Ich liebte es, Sozius auf dem Moped meiner Freundin zu sein
b) Da es den Begriff noch nicht gab, musste einer den Anfang machen
c) Es geht um biologische oder technologische Systeme, die sozial (in der Gesellschaft oder Gemeinschaft, die sogar artenübergreifend sein kann) agieren oder interagieren. Vom Einzeller bis hin zum autarken KI-System der Zukunft (Kiso)

5. Wofür steht „Kiso“?
a) KISs Or goodbye
b) KIsel SOll gesund sein
c) Künstlich-intelligenter Soziogent; z. B. eine Superintelligenz in der Zukunft

6. Welche Intention steckt hinter der Wortschöpfung „Soziogent“?
a) Purer Trotz. Schweine gehören in die Massentierhaltung. Männliche Küken getötet
b) Micha hatte Langeweile
c) Pflanzen und Tiere sind Entwicklungsstufen biologischer Evolution die auch der Mensch durchlaufen hat. Wenn der Mensch aus der Position des intelligentesten Wesens der Erde heraus mit seiner Umwelt „alles machen darf“, dann laufen wir Gefahr, dass uns eines Tages Kisos so behandeln wie wir heute Schweine, männliche Küken, Wälder, Natur … Wollen wir das? Der Begriff „Soziogenten“ ist sowohl Apell an die Menschen als auch eine Chance für sie. Verabschiedung von der menschlichen Hybris, Gewinnen des Respekts anderer Arten auf dem Planeten.

7. Die Ethische Intelligenz basiert auf den beiden Säulen Neue Ethik 2020 und Neue Intelligenz 2020. Was hat es mit der Neuen Ethik 2020 auf sich?
a) Im Bereich der Neuen Ethik 2020 hinterfrage ich fünf Beziehungen, bei denen der Mensch involviert ist: Mensch-Mensch, Mensch-Milieu (Natur), Mensch-Mikrokosmos, Mensch-Makrokosmos, Mensch-Maschine (KI). Neuerdings spreche ich auch von „Soziogentischer Ethik“. Im Unterschied dazu wurde die Neue Ethik (ohne 2020) bereits um 1900 von den beiden Frauenrechtlerinnen Helene Stöcker und Maria Lischnewska erwähnt. Ich begreife die Neue Ethik als Teil meiner Soziogentischen Ethik und somit als Teil der Ethischen Intelligenz. Meine Philosophie ist allerdings universeller, da sie weitere Beziehungen untersucht.
b) Neue Ethik ist das, was jeden Tag aufs Neue passiert. Eigentlich kein Novum.
c) Walter Xavier Neue war eine inspirierende und somit namensgebende Person in meinem Leben.

8. Was bedeutet „Kognitozän“?
a) Das von mir so benannte, durch menschlicher Erkenntnis und Wahrnehmung geprägte Zeitalter. Als Teil des Anthropozän, quasi das „Mensch-dominiert-den-Erdball-Zeitalter“, das 2002 von Paul Crutzen erstmals so benannt wurde.
b) Ähnlichkeiten mit dem lateinischen Wort „Cognitus“ sind rein zufälliger Natur
c) Kognitozän ist ein dystopischer Begriff

9. Auf welchen Test basiert der von Michael M. Roth entwickelte Ethische-Intelligenz-Test? Was ist der grundlegende Unterschied zwischen beiden Tests?
a) Der Test auf Ethische Intelligenz geht auf den Ethik-Test von Helene Stöcker zurück.
b) Test auf Ethische Intelligenz – Who cares?
c) Der zugrunde liegende Test ist der Turing-Test, der von dem Mathe-Genie Alan M. Turing als Modell entworfen wurde. Übernommen habe ich die Anordnung des Turing-Tests. Der grundlegende Unterschied des Roth-Tests besteht darin, dass ein Soziogent seine Ethische Intelligenz verifizieren muss. Die Frage, ob es sich um einen Menschen oder einen Computer handelt, ist an dieser Stelle zweitrangig.

10. Falls die ganze philosophische Kost für Euch zu schwer verdaulich war – Hier noch eine tatsächlich kulinarisch-leckere Inspiration. Welches ist mein Lieblingsnationalgericht des heimatlichen Bundeslandes?
a) Thüringer Rostbrätel
b) Thüringer Bratwurst
c) Thüringer Klöße

Und jetzt wünsche ich Euch viel Glück!

PS: Hilfsmittel zur Beantwortung der Fragen sind zugelassen (wie Wikipedia oder auf meiner Website der Bereich Ethische Intelligenz. Ihr könnt es ja erstmal ohne versuchen. 😉

PPS: Bitte beachtet beim Besuch von Veranstaltungen der Independent Days
die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen.
Solange tagesaktuell nichts anderes bekannt gegeben wird,
gilt die 3G-Regel: Geimpft, genesen oder getestet.

Micha & Mascha | Independent Days Filmfest @ Schauburg Karlsruhe | Foto: Robert Fuge 18.4.18

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Eidechsen-Score, Kognitozän & die Impfung als Lackmustest

In diesem Artikel möchte ich zwei neue Begriffe einführen, die ich zuvor schon in den sozialen Medien angeteasert hatte. Es geht um EIECS, auch Eidechsen-Score genannt, was die Ethisch-Intelligente Entfaltungskapazität einer Gesellschaft meint.

Schließlich führt uns das zum Kognitozän. Diesen Terminus will ich gerne prägen, um Hoffnung unter den Menschen zu streuen, dass der Mensch noch immer zu Wahrnehmung und Erkenntnis fähig ist, nachdem eine wohl überwiegend negative Reputation im Kontext des Anfang der 2000er Jahre geprägten Begriffs des Anthropozän entstand.

Im Rahmen der von mir in 2018 gestarteten Philosophie der Ethischen Intelligenz tauchen in letzter Zeit gehäuft einige, neuartige Worte auf. Diese dienen nicht der Stiftung einer maximalen Verwirrung. Es geht fast immer darum, einen Perspektivwechsel vorzunehmen. So wie beim sehr zentralen Begriff der Soziogenten. Das Menschliche innerhalb der Menschheit ist zweifelsohne von hoher Relevanz. Schauen wir über die eigene Spezies hinweg, bedarf es eines Wertewandels, eines Abrückens von der eigenen Hybris und eines bisher versäumten herzlichen Willkommenheißens anderer Arten auf dem Planeten Erde. Die folgende Grafik bietet einen Überblick im scheinbaren Tohuwabohu der Begrifflichkeiten.

Im Folgenden gehe ich nun auf die Ethisch-intelligente Entfaltungskapazität einer Gesellschaft ein (EIECS = Ethical Intelligent Expansion Capacity of an Society). Wir sollten uns vor Augen halten, dass es sich nicht um eine im Universum allgemeingültige Formel handelt, die an die mathematische und physikalische Stringenz von Einsteins Definition (oder Erkenntnis) E=mc^2 herankommt. Vielmehr geht es um ein philosophisch-gesellschaftliches Model, das zum Nachdenken über das Veränderungs- und Problemlösungsvermögen einer Gesellschaft anregen soll. Für die „Berechnung“ des Eidechsen-Score habe ich mir (veränderliche, dynamische) Größen und Variablen zusammen gesucht, die meiner Meinung nach von Bedeutung sein könnten für dieses somit ebenfalls volatile Vermögen der Gesellschaft, eines Landes, einer Region. Die folgende Grafik veranschaulicht das formelhafte Model. Zu hinterfragen wäre also, wie kann es uns Menschen oder auch der Gesamtheit der Soziogenten einer Gesellschaft gelingen, die von mir beschriebene Entfaltungskapazität zu vergrößern?

Letztlich komme ich zum Kognitozän. Der am 28. Januar dieses Jahres verstorbene, niederländische Meteorologe und Atmosphärenchemiker Paul Josef Crutzen (1933-2021) prägte um 2002 den Begriff des Anthropozän. Damit ist das Menschenzeitalter gemeint. Jenes Zeitalter, als eine besondere tierische Spezies oder jene, die sich für etwas Überlegenes hielt, die Erde so stark veränderte, dass diese neuerdings hoch entwickelte Spezies tatsächlich über das – vor allem planvolle – Veränderungsvermögen der anderen Arten auf der Erde hinaus ragte. Dramatische Beispiele sind der Abwurf der Atombomben der USA über Hiroshima und Nagasaki im August 1945 oder das industrielle Zeitalter in welchem der CO2-Gehalt der Atmosphäre innerhalb von nur wenigen Dekaden überproportional stark angehoben wurde, was anstoßend für den Klimawandel wirkte mit schwerwiegenden Folgen für alle Soziogenten auf der Erde wie Dürren, Überschwemmungen und vieles mehr.

Meine Intention der Schaffung des Begriffes Kognitozän (Cognitus, lat. = bekannt, erprobt, das Kennenlernen) besteht darin, dass ich auf das Potenzial des Wahrnehmens und Erkennens aufmerksam machen möchte. Die Benennung des Anthropozäns verschaffte den Menschen einen sicherlich starken negativen Leumund. Paul J. Crutzen musste den fortschreitenden Klimawandel kritisch gesehen haben, hier insbesondere die Rolle des Menschen. Das Kognitozän nun als Zugpferd neuer Hoffnungen und Initiativen, wozu bspw. die Fridays-for-Future-Bewegung gehört, initiiert durch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg (geb. 2003). Irgendwo im Schlepptau, von dem wir uns bis heute nicht ganz gelöst haben, wenn ich nur an die miserablen Lebens- bzw. Sterbeverhältnisse von Schweinen und männlichen Küken in der Massentierhaltung denke, die Versäumnisse und fehlende Wahrnehmung gegenüber unserer Umwelt und Natur, deren Teil wir eigentlich sind, während der letzten Dekaden. Bereits auf der ersten Klimakonferenz in Paris 1979 sprach man von den möglichen Auswirkungen des Klimawandels.

Wie könnten wir verifizieren, dass die Gesellschaft, in der wir leben, ein hohes Ethisch-intelligentes Entfaltungspotenzial (EIECS) besitzt? Wodurch können wir annehmen, das Kognitozän hätte bereits begonnen oder wir täten mutige Sprünge hinein in eben dieses neue Menschenzeitalter, Menschenteilzeitalter, des Kognitozän, der Erkenntnisära, obgleich wir (in Teilen) immer wieder fluktuieren hin zum Disruptozän, dem vorangegangenen zerstörerischen Part des Anthropozän?

Ich denke, dass die Impfung gegen das Coronavirus ein relevantes Beispiel dafür ist, wie unsere Gesellschaft mit sich selbst im Ringen ist. Nach dem Beginn der weltumspannenden Pandemie Ende 2019, die zwar als Möglichkeit vorhergesehen wurde bzw. vorhersehbar war, aber im Effekt doch eklatant unterschätzt wurde bzgl. des zerstörerischen Entwicklungspotenzials, gelangte der Mensch innerhalb von wenigen Monaten zu einem hoch effizienten Abwehrmechanismus, der Impfung gegen das Coronavirus. Bei allen Sorgen und Hoffnungen setzte sich mehrheitlich in relevanten wissenschaftlichen Kreisen durch, dass mit dem neuen Angebot der Impfstoffe das Coronavirus zumindest im Schach gehalten werden könne. Die Bundeskanzlerin, Angela Merkel (geb. 1954), sprach davon, dass bis Ende des Sommers, i.e., September 2021, ein Impfangebot an alle für die Impfung zugelassenen Bürger und Bürgerinnen gemacht werden könne. Offensichtlich lag sie damit gar nicht so falsch, denn heute, am 4.9.21, können im Grunde alle Impffähigen und Impfwilligen eine Impfung gegen das Virus ohne lange Wartezeit erhalten.

Was wir sehen, ist allerdings eine relativ große Anzahl von Impfgegnern und Impfgegnerinnen, so dass die aktuelle Impfquote bei knapp über 60% liegt, zu diesem Septemberbeginn. Das ist nicht wenig. Aber wenn wir von Potenzial sprechen, wie beim Eidechsen-Score und von einer Erkenntnisgesellschaft, wie beim Kognitozän, dann scheint es zumindest noch Luft nach oben zu geben.

Besonders in den Sozialen Medien, wo Menschen mit angestauten Frustrationen selbigen gerne mal freien Lauf lassen, während weniger aufgeregte Menschen die Konfrontation scheuen und sich lieber heraushalten aus Diskursen, die häufig von persönlichen Verletzungen begleitet sind, können eben solche Kreise punkten und mit seichten Argumentationen zur Verunsicherung anderer beitragen. Dazu gehören Aussagen wie „Neuerdings kommt es zu Impfdurchbrüchen. Selbst Geimpfte erkranken. Demnach wirkt die Impfung nicht!“ – Außer Acht gelassen wird bei derlei Argumentationsführung das Verhältnis von schweren Infektionsverläufen oder gar Sterbefällen zur Anzahl der Geimpften. Anfang August 2021 hat das RKI von 7.000 Impfdurchbrüchen berichtet bei 44 Millionen Geimpften.

Wenn ich vom Ethisch-intelligenten Entfaltungspotenzial einer Gesellschaft und vom Kognitozän (mit Startschwierigkeiten) spreche, dann geht es mir nicht – allein – darum darzustellen, wie unklug eine Gesellschaft noch ist oder der Ethellekt neben einem zweifelsohne vorhandenen Intellekt unzureichend ausgeprägt ist bei vielen Menschen. Die Herausforderung besteht tatsächlich darin, Ursachenanalyse zu betreiben. Die Nutzung von Vokabeln wie „Covidioten“ erscheint einfach, stringent, aber am Ende wohl wenig zielführend. Worin bestehen also die Triebkräfte eines nur teilweisen, zögerlichen Wahrnehmens und Erkennens? Wie beeinflussen unsere Emotionen unsere Erkenntnisse? Wenn uns eine Regierung grundsätzlich nicht zusagt, reservieren wir dann in der Konsequenz überhaupt kein Ohr mehr für selbige?

Sokrates (469 bis 399 v. Chr.) ist heute aktueller denn je. Der griechische Philosoph liebte es, Fragen zu stellen. Mit diesen wollte er seine Schüler hin zu Erkenntnissen führen. Während heute gefühlt 80 oder 90% zumindest der in den Sozialen Medien agierenden Meinungsrepräsentierenden fast ausschließlich Antworten parat haben, sollten wir zurück kehren zum Stellen von Fragen und Hinterfragen von Positionen, die vor allem unseren eigenen Gemütszustand bedienen.

Das Kognitozän ist ein Modell. Als mir erscheinende zeitgemäße und längst überfällige Antwort auf das von Paul Crutzen propagierte Anthropozän, das freilich schon den Versuch eines Wachrüttelns der Menschheit implizierte. Das Kognitozän, das Erkenntniszeitalter, könnte zu einem neuen „Big Picture“ für die Menschheit werden. Es geht darum, dass Erkenntnisse aus der Wissenschaft vereinbar werden mit dem Wohlbefinden des Menschen. Bei aller Diversität sollten wir die Suche nach einem Minimalkonsens in essenziellen Fragen, die die den erfolgreichen Fortgang der Gesellschaft betreffen, nicht aufgeben.

Text und Grafiken: (C) Michael M. Roth, 2021. Kontext: Ethische Intelligenz.

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