Was kann die Nikon Z 6II, wenn die Z 6 schon rockt?


Als jahrelanger Nikon-Fotograf, mit den Schwerpunkten Menschenfotografie, insbesondere Veranstaltungen und Portraits, verfolge ich natürlich immer aufmerksam die Entwicklung. Mit den Spiegelreflexkameras (DSLRs) aus dem Hause Nikon bin ich bisher immer sehr gut zurecht gekommen. Natürlich gibt es immer ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln. Aber dafür folgt ja konsequent irgendwann die nächst höhere Version eines Modells. 😉

Derzeit bin ich dabei, zumindest teilweise von Spiegel auf spiegellos umzusteigen, also den Schritt zu machen von DSLR nach DSLM. Nikon war bei der DSLM-Entwicklung leider nicht ganz vorne mit dabei, hat durch die aktuellen Modelle Z 6II (24 MP, wie die Z6) und Z 7II (45,7 MP, wie die Z7) erstaunlich gut aufgeholt.

Ich hatte schon haptische Erfahrungen gemacht mit verschiedenen spiegellosen Kameras wie der Fuji X-T2 und der Leica Q2. Beide tolle Kameras. Auf der emotionalen Ebene machten sie mich teils glücklich, doch zu einem Systemwechsel bewegten sie mich nicht. Physiker und ebenso Fotograf, Freund und Mitarbeiter von Calumet Photo Stuttgart, Tomasz Osiadacz (siehe Instagram: imageartworks_de), ermöglichte mir nun für ein paar Tage das Testen der Nikon Z 6, da in Pandemie-Zeiten die Z 6II nicht als Leihgerät zur Verfügung stand. Aber mir ging es ja in erster Linie um die Haptik und die Herausforderung der Unterschiedsgewöhnung von verschiedenen Nikon-DSLRs wie der D780 hin zu einem spiegellosen System. Und da war sie, die sagenumwobene Nikon Z 6!

Die Nikon Z 6 mit dem Nikkor 105 mm f/1.4. Via FTZ-Adapter. Was für eine Fügung!

In der kurzen und ungewöhnlichen Zeit (Corona, ich weiß, Ihr könnt es nicht mehr hören 😉 ) konnte ich unter Einhaltung der AHA-Regeln und an der frischen Luft zwei kleine Fotoshootings (natürliche Portraits) organisieren. Meine beiden Models: Magdalena Grecu, selbst Fotografin (siehe vivafoto.de) und Beyza Hikmet Güler, Studentin der Wirtschaftskommunikation (siehe Instagram: beyhikmet).

An der Nikon Z 6 testete ich eine Reihe von tollen Objektiven. Unter anderem auch mein frisch erworbenes F-Mount Nikkor 24 mm f/1.4. Dieses gibt es schon seit 2010. Erstaunlicherweise habe ich es nach fast 10 Jahren MicialMedia (am 31.3.21) für mich nun entdeckt und tief in mein Fotografenherz geschlossen! Herzlichen Dank an dieser Stelle nochmal an MPB Deutschland in Berlin für das tolle Angebot. Gebrauchte Ware im Top-Zustand! Ebenso beeindruckt hat mich mein inzwischen schon ein paar Jahre altes Nikkor 105 mm f/1.4. An meinen Nikon-DSLRs (D780, D810 usw.) war es super. Aber an einer (5-Achsen-stabilisierten!) Nikon Z6 erwacht das 105er via FTZ-Adapter (F-Mount der DSLR-Kameras „to“ Z-Mount der DSLMs; damit noch 3-Achsen-stabilisiert) zu wahrer Blüte. Unglaublich, aber wahr und toll!

Eine „Spiegellose“, also DSLM, hat gegenüber der klassischen Spiegelreflexkamera, DSLR, Vor- und Nachteile. Bei Tageslicht sieht man durch den optischen Sucher immer sofort das reale Bild scharf. Bei wenig Licht brilliert dagegen der elektronische Sucher einer DSLM, indem er die Szene oder das Motiv sehr gut aufhellt. Dies in Kombination mit einem ordentlichen ISO-Bereich von 100-51.200 bei der Z 6(II) bzw. 64-25.600 bei der Z 7(II) lässt das Fotografieren zu einem starken Erlebnis selbst bei „very low light“ werden. Dazu kommt bei der Z 6II ein AF-Messbereich, der schon bei -4,5 startet, was der Helligkeit von 1/4 Mond entspricht. Dafür braucht man ein Objektiv, das mindestens eine Lichtstärke von f/2.0 hat. Bei der Nikon Z 7II ist der unterste Lichtwert -3. Das entspricht der Z 6, die ich ja getestet habe. Die Frage, ob man sich als (Profi- oder ambitionierter) Fotograf eine Z 6II oder Z 7II anschaffen sollte, ist nicht ganz trivial. Hängt auf jeden Fall vom Einsatzbereich ab. Denn auch hier gibt es jeweils Stärken und Schwächen. In der Werbe- und Portraitbranche wird man eher zur Z 7II tendieren mit dem großen Sensor oder besser den vielen Megapixeln (Die Sensorgröße ist bei Z6/Z7 und den Nachfolgern identisch). Im Event- oder eher dynamischen Bereich, der oft auch Low-Light-Situationen einschließt, wird man mit Z 6II zufriedener sein. Letztlich werde ich mich für dieses Model entscheiden.

Doch nun möchte ich Euch meinen Fotos überlassen. Dabei ist nur das erste „nativ“ entstanden mit dem Z-Objektiv 24-70 mm f/4 (was bei Tageslicht super performt; für Low Light wäre es mir zu lichtschwach). Bei den weiteren Fotos kamen eine Reihe von „alten“ F-Mount-Objektiven zum Einsatz, natürlich via FTZ-Adapter an der Nikon Z 6. Ich kann nur nochmal unterstreichen, dass dies wunderbar funktioniert hat. Die Stärken und Verbesserung der neuen Nikon Z 6II (erschienen im Herbst 2020) sind mir bewusst, so freue ich mich um so mehr auf den Systemwechsel DSLR nach DSLM, den ich aber wohl noch einige Zeit parallel begleiten werde. Schließlich ist die Nikon D780 auch eine Top-Kamera, wie meine schon vorhandenen F-Mount-Objektiven von Nikon hohen Ansprüchen genügen.

1: 24-70 mm f/4 @ 24 mm f/4 (nativ, ohne FTZ-Adapter, mit Z-Objektiv)

2: 50 mm f/1.4 @ 50 mm f/1.4 (mit FTZ-Adapter)

3: 105 mm f/1.4 @ 105 mm f/1.4 (mit FTZ-Adapter)

4: Nochmal: 105 mm f/1.4 @ 105 mm f/1.4 (mit FTZ-Adapter)

5: Micha by Magda 105 mm f/1.4 @ 105 mm f/2.8 (ihre ersten Fotos mit dieser Cam)

6: 14 mm f/2.8 (Samyang) @ 14 mm f/2.8 (mit FTZ-Adapter)

7: 24 mm f/1.4 @ 24 mm f/1.4 (mit FTZ-Adapter)

8: Nochmal 24 mm f/1.4 @ 24 mm f/1.4 (mit FTZ-Adapter); näher, mehr Bokeh

9: 85 mm f/1.8 @ 85 mm f/1.8 (mit FTZ-Adapter)



Alle Fotos: Michael M. Roth, MicialMedia
Außer dem Foto von mir. Es wurde gemacht von Magdalena Grecu, ebenfalls Karlsruhe.
Alle Objektive: Nikon. Mit Ausnahme des Superweitwinkel 14 mm f/2.8: Samyang

Ein paar der Fotos nutze ich als „black & white“
für mein neues Projekt auf Instagram:
The Coffee Aficionada = Die Kaffeeliebhaberin

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2 Antworten zu Was kann die Nikon Z 6II, wenn die Z 6 schon rockt?

  1. AL sagt:

    Tolle Bilder und große Fotokompetenz muss man Dir einfach bescheinigen.
    Vielen Dank!

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