Kinemathek Karlsruhe: Filmvorführung „Der lange Februar“ mit Regisseur Michael Stadnik

Regisseur Michael Stadnik, der deutsche und ukrainische Wurzeln hat, tourt derzeit durch Deutschland, um den hier lebenden Menschen die schrecklichen Erfahrungen von Ukrainern und Ukrainerinnen im Kontext des Beginns der Großinvasion Russlands in der Ukraine authentisch und dokumentarfilmisch zu vermitteln.

Am Samstag, 9.5.26, machte Michael Stadnik mit seinem Film „Der lange Februar“ Halt in der – in der Kaiserpassage von Karlsruhe befindlichen – Kinemathek. Persönlich hätte ich mir eine größere Besucherzahl gewünscht. Auf der anderen Seite freut man sich über jeden Unterstützer, jede Unterstützerin der Ukraine. Allein der Besuch und das Interesse am Thema Russlands Terrorisierung der Ukraine ist eine Form des Supports.

Obgleich die Doku nur einen Bruchteil der tatsächlichen Verbrechen russischer Soldaten in und um Butscha zeigt, so bekommen die Zuschauer doch einen Eindruck und eine Ahnung von dem Leid, das die Ukrainer damals beim kontrastreichen Übergang von Frieden zu Krieg erleben und erdulden mussten (Der eigentliche Kriegsbeginn datiert auf die völkerrechtswidrige Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch die Russen 2014). Eine im Film interviewte Ukrainerin sagt, dass sie vorher Mitleid mit den Opfern im Krieg in Syrien hatte, wo bereits die Russen in Partnerschaft mit Verbrecher Assad mit ihren Bomben für tausendfaches Leid gesorgt hatten. Doch richtig verstand sie, was Krieg bedeutet, erst als die Russen mit ihrer Vollinvasion in der Ukraine begannen.

Michael Stadnik will mit seinem Film nicht schockieren. Er möchte die Menschen wach rütteln. Seine Interviews und die Videoaufnahmen von realen Geschehen, von Verbrechen, die tatsächlich stattgefunden haben, sind wie ein Zeiger. Sowas wie ein Hinweis auf eine Ahnung. Es ist wider (gegen) Desinformation. Es ist wider (gegen) Schönfärbung russischer Narrative, der Narrative des Kremls, die von einer „Spezialoperation“ erzählen, die die angebliche Nazi-Regierung in Kyiv zur Strecke bringen will. Tatsächlicher Faschismus, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, vermittelt der Film allerdings nur von russischer Seite. Russland ist der Verursacher dieses sinnlosen und furchtbaren Krieges. Wer es vorher noch nicht wusste, der muss es nach dem Anschauen dieses Filmes verstehen.

Meine Fotos vom Abend zeigen ein paar Eindrücke der Vorortveranstaltung.
Danke an alle, die die Filmvorführung besucht haben, und jene die verantwortlich bei der Organisation waren, natürlich der Regisseur Michael Stadnik selbst, die Vertreterin der Kinemathek, Carmen Beckenbach (mit kurzer Ansprache, in den Bildern mit schwarzen Haaren), Olena Schanina und Tobias Bartsch von ToContinue sowie die immer fleißigen und umtriebigen Ukrainer in Karlsruhe.


Text und Fotos:
Michael M. Roth, MicialMedia
Fotograf und Begründer der Philosophie „Ethische Intelligenz“
(Kultivierung im deutschen Sprachraum seit 2018)

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