Medienbewachen – Das Social Media Monitoring Tools Wiki

Heute, am 3. November 2011, wurde von dem in Linköping, Schweden, ansässigen Unternehmen Twingly ein Wiki für Deutsche Social Media Monitoring Tools gelauncht:

Medienbewachen.de

MicialMedia führte ein Interview mit Anja Rauch von Twingly, die einen maßgeblichen Anteil an der Entstehung des Social Media Monitoring Tools Wiki hat.

MicialMedia:

Twingly hat ein eigenes Social Media Monitoring Tool für den Bereich Microblogging/Twitter. Ist es nicht ziemlich mutig, in dieser Offenheit und Herzlichkeit mögliche Konkurrenten zu einer gemeinsamen Plattform einzuladen?

Anja:

Wenn Du mit dem Tool unser Liveboard (beispielsweise liveboard.twingly.com/next11) meinst, dann ist das keine echte Konkurrenz zu den anderen Tools auf Medienbewachen. Liveboard ist in erster Linie eine visuelle Darstellung. Die dahinter liegenden Daten haben wir zwar, aber wir haben noch keine Möglichkeit zur Analyse der Daten. Da wären die Leute dann beispielsweise mit Buzzrank von SocialObjects besser bedient. Aber Du bist nicht der Einzige, der mich dies gefragt hat.

Offenheit hilft generell dabei, dass die Anbieter ihre Produkte realistisch darstellen, ohne viele Verkaufsargumente, sondern mit Fakten. Besucher, die nach einem Tool suchen, wollen schnell einen Überblick gewinnen und keine Zeit mit „Wir sind toll“-Argumenten verschwenden. Dadurch, dass Konkurrenten drauf schauen, die also das andere Produkt kennen, werden ebenfalls mehr sachliche Präsentationen erstellt. Es ist wahrscheinlich eine Herausforderung für alle sich Präsentierenden, hier genau die richtige Mischung zu finden, die dann aber für alle Besucher des Wikis nützlich ist. Was Konkurrenz generell angeht, so belebt diese das Geschäft, und ohne Konkurrenz gibt es keine Weiterentwicklung.

MicialMedia:

Wie ist die Entstehungsgeschichte des Wikis, das – beginnend mit dem heutigen Tag – sehr unterschiedliche Social Media Monitoring Tools übersichtlich aber auch in der Tiefe präsentieren soll? Welche Rolle spielen hierbei die drei offensichtlichen Beteiligten Twingly, Anja Rauch und Stefanie Aßmann?

Anja:

Twingly hostet die Plattform und ist selbst mit einer Präsentation vertreten. Dies zum einen, weil Twingly Media Monitoring Unternehmen mit Blogdaten beliefert, und man kann Twinglys Blogsuche zum Bewachen von Themen nutzen, solange dies nicht-kommerziellen Zwecken dient. Twingly ist also, wie gesagt, eigentlich keine Konkurrenz zu den anderen Anbietern auf Medienbewachen. Die haben wirkliche Analysewerkzeuge, während wir uns mehr auf die Technik und das Aggregieren von Blogdaten konzentrieren, die wir allerdings nicht analysieren.

Stefanie Aßmann hat mir mit ihrer Masterarbeit zu den verfügbaren Social Media Monitoring Tools unwissentlich den Anstoß dazu gegeben, das Projekt Medienbewachen.de endlich einmal anzugehen. Als wir uns dann schließlich persönlich trafen, hat mich ihr tiefes Wissen zu den meisten der dargestellten Tools beeindruckt. Ihr Blog

http://social-media-monitoring.blogspot.com/

ist nach wie vor einer der unabhängigen, sehr gut recherchierten Fachblogs für SMM und deshalb auf Medienbewachen verlinkt. Auch wenn Steffi selber meint, dass sie ja jetzt nicht mehr so frei sei, wo sie für Vico Research arbeitet, so ist sie eine objektive Person und man sollte nicht zögern sie um ihre Meinung zu fragen. Wir werden also wegen Medienbewachen auch zukünftig in Kontakt bleiben.

Ich helfe Unternehmen meist mit technischen Tipps, wie sie ihre Präsentationen hinterlegen. Inhaltlich nehme ich keinen Einfluss, denn Sinn des Wikis ist, dass sich alle um ihre Inhalte selber kümmern, diese also hinterlegen und aktualisieren. Bereits im letzten Jahr hat Twingly Mediabevakare.se gelauncht, ein Wiki zum gleichen Zweck, bloß für schwedische Dienste. Von einigen Leuten hörte ich dann, dass sowas für den deutschsprachigen Bereich auch mal angebracht wäre. Und da die Sommerpausen in Schweden lang sind, habe ich dann einfach angefangen, das Gerüst zu bilden und Anbieter einzuladen.

MicialMedia:

Die einzelnen Seiten, bei denen sich die Anbieter der Social Media Monitoring Tools selbst präsentieren können, scheinen bei der ersten Durchsicht in Bezug auf Form und Inhalt stilvoll und informativ gestaltet zu sein. Insbesondere die Screenshots sollten einen hohen Nutzwert besitzen. Ohne sich sofort anmelden zu müssen, kann man sich so in kurzer Zeit einen ersten Eindruck vom Look & Feel des jeweiligen Angebots verschaffen. Sind die Anbieter hier an eine bestimmte Form oder Schablone gebunden? Gibt es für die Anbieter GOs und NO-GOs, die sie bei der Erstellung der Präsentation des eigenen Social Media Monitoring Tools beachten sollten?

Anja:

Danke, dass Du dies als stilvoll und informativ empfindest! Das wollen wir erreichen. Fakten, die einen guten ersten Eindruck hinterlassen und und Überblick geben. Die Form des Wikis gibt bereits ein wenig vor, wie man einen Eintrag gestalten kann, sprich, man hat wirklich nicht zu viele designerische Freiheiten. Ansonsten sollten möglichst Fakten wie Name des Produktes, Screenshots, Features, Art der Datenquellen, Preisinfos, Referenzkunden und (ganz wichtig!) Kontaktdetails sowie weitere Links vertreten sein. Das geben wir als Richtlinie jedem in die Hand

http://medienbewachen.de/index.php/Hauptseite#Wir_bewachen_Soziale_Medien.2C_wie_k.C3.B6nnen_wir_unseren_Dienst_hier_listen.3F

Wie die Präsentation dann aber eingestellt wird, bestimmt jeder selbst. Ich habe manchmal mit technischen Dingen geholfen, inhaltlich will ich da aber überhaupt keinen Einfluss nehmen. Sollte jetzt jemand auf die spaßige Idee kommen, sinnlosen Kram zu hinterlegen, dann müssten wir das natürlich raus nehmen. Ich hoffe jedoch wirklich, dass ich nicht die Polizei spielen muss. 😉

MicialMedia:

Auf der Hauptseite von Eurem (natürlich „unserem“ 🙂 ) Wiki Medienbewachen.de – Die Übersicht zu Werkzeugen für die Beobachtung und Analyse von Sozialen Medien – gibt es aktuell eine Tabelle mit den Spalten „Logo“, „Name“, „Kurze Beschreibung“ und „Externe Links“. Es ist gut denkbar, dass es in den folgenden Wochen einen Run auf dieses Social Media Monitoring Tools Wiki geben wird. Wäre da nicht eine weitere Strukturierung denkbar bzw. zielführend? Spontan hätte ich dabei folgende Ideen: Unterteilung nach Freien Tools und Gruppen von monatlichen Kosten wie „bis 20 EUR/Monat“, „bis 50 EUR/Monat“ oder ähnlichem. Ebenso eine entweder moderierte oder von Anwendern sukzessive zusammengetragene Bewertung der verschiedenen Social Media Monitoring Tools, angefangen bei „Einsteiger“ bis zu „Profi“ auf einer Skala von 1-5 oder 1-10, ähnlich zu den Amazon-Bewertungen für ein Produkt. Gibt es solche Gedanken schon und/oder könnte dieses Interview diesbezüglich gar inspirierend wirken? 😉

Anja:

Erstmal: Euer Wiki 😉 . Und da das der Gedanke eines Wikis ist, so soll es natürlich in Zukunft weiter wachsen! In erster Linie sollen ein paar mehr Tools vorgestellt werden. Dann habe ich heute durchaus den Denkanstoß bekommen, eine Übersicht mit kostenfreien Tools hinzuzufügen. Dabei müsste man schauen, dass es vor allem Tools sind, die wertvoll für den deutschsprachigen Raum sind und dort gut funktionieren. Den Vorschlag mit der Bewertung gab es schon, und auch den mit weiteren Unterteilungen. Spontan finde ich das gut, vor allem falls es wirklich einen „Run“ auf das Ganze geben sollte, und der Bedarf für eine bessere Orientierung entsteht. Dann müsste man schauen, wie man technisch Bewertungen irgendwie hinzufügen könnte. Falls jemand von Euch Lesern einen guten Vorschlag hat, bitte melden! Je nachdem, wie Medienbewachen genutzt wird und weiter wächst, kann man dann überlegen, ob es ein Wiki bleibt, oder ob das Ganze vielleicht irgendwann etwas schicker wird – so als richtige Website mit Login für alle Anbieter, die sich präsentieren etc. . Die Form des Wikis hat sich aber als Einstieg für eine solche Plattform gut bewährt, wir können also schauen, was wir in Zukunft daraus gemeinsam machen.

MicialMedia:

Wie siehst Du, liebe Anja, die Entwicklung von Social Media Monitoring Tools? Was läuft gut, wo könnte es noch Potential geben (ggf. unterteilt nach international und Deutschland)?

Anja:

Da Social Media für alle Unternehmen eine immer größere Rolle spielt, und die meisten eingesehen haben, dass sie zumindest dem zuhören müssen, was so in Blogs, Netzwerken, auf Twitter oder Facebook über sie gesagt wird, nimmt der Bedarf an guten Werkzeugen und Methoden, um das alles auszuwerten, zu. Wenn man zuhört, muss man beurteilen können, wann und wo man sich in eine Diskussion einmischt, egal wo diese stattfindet. Dabei helfen gute Monitoring-Werkzeuge, aber auch gute Dienstleister, die mit Hands-On-Beratung und brauchbaren Analysen einem Unternehmen den Weg zeigen. Da ich bei Twingly alle unsere Datenkunden betreue, sehe ich, dass die Konkurrenz auf dem Markt sehr hart ist. Alle Dienste, egal ob in Deutschland oder international, richten sich mit dem, was sie entwickeln, in erster Linie nach ihren Kunden, was völlig richtig ist. Demnach fallen alle Lösungen irgendwie unterschiedlich aus bzw. haben verschiedene Schwerpunkte in ihren Monitoring-Lösungen. Das hat wiederum Vorteile, denn potentielle Kunden brauchen unterschiedliche Lösungen. Sie haben also die Auswahl, brauchen allerdings eine Orientierungsmöglichkeit, und da hoffen wir, hilft nun Medienbewachen. Die Liste auf Stefanies Blog war ja bereits sehr beliebt, frag sie mal nach den Zugriffszahlen auf die Page

http://social-media-monitoring.blogspot.com/p/liste-social-media-monitoring-anbieter_22.html .

Generell finde ich es wichtig, dass es eine Vielfalt gibt, also sowohl Anbieter, die sich auf bestimmte Nischen konzentrieren, also auch breit gefächerte Dienste. Was bestimmt zunehmen wird, ist, dass Anbieter einander aufkaufen werden. Radian6 gehört seit diesem Jahr zu Salesforce, Meltwater hat die Blogsuche Icerocket gekauft. Andererseits starten immer wieder neue Dienste, und da sich auch die Welt der sozialen Medien so schnell verändert, wird es spannend sein zu sehen, wie sich Monitoring-Anbieter darauf einstellen, und welche neuen Monitoring-Dienste über die Zeit hinzukommen werden. Auch werden die Branchen der klassischen Marktforschung und des (Social-)Media-Monitoring in Zukunft näher zusammenrücken. Das ist mir während der Research & Results Marktforschungsmesse letzte Woche in München klar geworden. Dort gibt es viel Potential für neue Entwicklungen.

MicialMedia:

Wie ist Dein Gefühl an diesem, heutigen Tag? Bist Du der Meinung, gemeinsam mit Twingly und Stefanie etwas Besonderes auf die Beine gestellt zu haben oder auch etwas längst Überfälliges?

Anja:

Wenn Du mich so fragst, würde ich sagen beides. „Besonders“ ist Medienbewachen, weil es eine Übersicht in dieser Form für den deutschsprachigen Markt bislang nicht gab. Da die Region Deutschland-Österreich-Schweiz jedoch einige Anbieter hat, die gelisteten inkl. der ohne Präsentation sind ja bestimmt noch nicht alle, war eine Übersicht auch längst überfällig. Stefanie wies bereits in ihrem Post heute auf Ken Burbary’s internationales Wiki hin

http://wiki.kenburbary.com/social-meda-monitoring-wiki .

Abgesehen davon, dass ich es bislang nicht kannte, hat dies dennoch nicht so einen hohen Wert für den deutschsprachigen Markt. In den USA und UK gilt Englisch, alles andere wird als „Local Languages“ bezeichnet und spielt lediglich eine Rolle für deren internationale Kunden. Der deutschsprachige Raum ist jedoch groß und hat eine bedeutende Wirtschaftskraft, also braucht man auch gute Monitoring-Tools für die „Lokalsprache Deutsch“ – und zumindest die wichtigsten muss man finden können, ohne Tage mit Recherche verbringen zu müssen. Ich freue mich jedenfalls darauf, alle, die mich nach Social Media Monitoring Diensten fragen, nun auf Medienbewachen verweisen zu können. Die Dienste muss dann jeder für sich selber auswerten, ich werde da nichts empfehlen.

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals für das Engagement aller bislang auf Medienbewachen vertretenen Anbieter bedanken und auch für die große positive Resonanz, die wir heute über die verschiedenen Kanäle bekommen haben!

MicialMedia:

Ich bedanke mich nun auch ganz herzlich für das spontan zustande gekommene Interview. Viel Glück und Erfolg weiterhin!

Anja:

Herzlichen Dank für das nette Gespräch, Michael!

 

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3 Kommentare zu Medienbewachen – Das Social Media Monitoring Tools Wiki

  1. Sebastian sagt:

    Wirklich Nice! i like it! Wo ist denn der Facebook-Like-Button?

  2. Offensichtlich derzeit noch nicht integriert …

  3. Pingback: Medienbewachen.de bietet eine Übersicht über Social Media Monitoring-Tools :: deutsche-startups.de

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